Unbekannter stellt Auschwitz-Tor vor bayrisches Finanzamt
Ein makabrer Nazi-Skandal schockiert Deutschland: In Bayern wurde ein Auschwitz-Tor vor einem Finanzamt platziert – der Staatsschutz ermittelt.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Handwerker baute das Auschwitz-Tor mit Nazi-Spruch nach und stellte es vors Finanzamt.
- Damit nicht genug: Der Unbekannte hatte zusätzlich Hakenkreuze eingearbeitet.
- Die Polizei in Bayern ermittelt nun wegen Volksverhetzung.
Schock in Deutschland: Ein unbekannter Täter hat einen detailgetreuen Nachbau des Auschwitz-Tores vor einem Finanzamt im bayerischen Eggenfelden (D) aufgestellt.
Man entdeckte vergangenen Freitag die hölzerne Konstruktion mit dem menschenverachtenden Nazi-Spruch «Arbeit macht frei». Der Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung.
Verwerflich war auch die Platzierung der Konstruktion – über einem Behindertenparkplatz. Die Nationalsozialisten ermordeten systematisch Menschen mit Handicap in ihren Konzentrationslagern.
Der Unbekannte hat zusätzlich Hakenkreuze in die Seitenteile eingearbeitet. Diese verfassungsfeindlichen Symbole sind in Deutschland strikt verboten. Deshalb droht dem Täter eine weitere Anklage.
Polizei sucht nach Spuren des Täters
Die Polizei hat das Tor sichergestellt und leitete Ermittlungen ein. «Es wird jetzt auf Fingerabdrücke untersucht», erklärt Polizeikommissarin Lisa Gibis gegenüber der «Bild».
Der Heimwerker hatte das Tor mit einem Spanngurt an einer Stange befestigt. So wollte er es gegen Windstösse sichern. Aufgrund der glatten Oberfläche erwarte man aufschlussreiche Fingerabdruck-Analysen.
Bürgermeister zeigt sich schockiert
Das «B» im Wort «Arbeit» steht kopf. So war es auch im Original in Auschwitz: Angeblich drehte 1940 ein jüdischer Häftling den Buchstaben aus Protest um. Historisch ist dies jedoch nicht belegt.
Im Finanzamt gibt es keine Hinweise auf den Täter, man verzeichne keine auffälligen Begegnungen mit Besuchern.
Auch Eggenfeldens Bürgermeister Martin Biber zeigt sich ratlos. «Das kam wie der Blitz aus heiterem Himmel», sagte er gegenüber der Zeitung.
Biber kann sich den Vorfall nicht erklären: «Wir haben keinen Verdacht, wer das getan haben könnte.» Auch in der Stadt habe es keine Probleme mit Querulanten gegeben.
Die Vorfälle häufen sich
Fassungslos zeigte sich jüngst auch die Brandenburger Regierung. In Falkenberg (D) ereignete sich kürzlich ebenfalls ein Skandal.
In einem Club riefen mehrere Jugendliche zu dem Song «L'amour toujours» Nazi-Parolen.
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Zur Melodie des bekannten Songs sangen sie «Deutschland den Deutschen, Ausländer raus».
Der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke erachtet den Vorfall als Teil eines grösseren Problems. «Es ist ein abstossendes Geschehen, das sich da abspielt», so der SPD-Politiker.
Im Gegensatz zu Deutschland sind Nazisymbole in der Schweiz nicht grundsätzlich verboten. Wenn auch die Frage nach einem Verbot bereits im Nationalrat besprochen wurde – Und Anklang fand.
In Deutschland ist es im konkreten Fall eindeutig: Der Spruch «Arbeit macht frei» ist an kein Verbot geknüpft. In Verbindung mit Nazi-Ideologie erfüllt er aber den Straftatbestand der Volksverhetzung nach Paragraph 130 des Strafgesetzbuchs.

















