Der Strassenverkehr ist für einen erheblichen Teil der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Umweltverbände fordern deshalb ein frühes Ende Benzin- und Diesel-getriebener Motoren.
Beim Automobilzulieferer MDC Power in Kölleda (Thüringen) montiert eine Mitarbeiterin Vierzylinder-Benzinmotoren. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
Beim Automobilzulieferer MDC Power in Kölleda (Thüringen) montiert eine Mitarbeiterin Vierzylinder-Benzinmotoren. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • In einem gemeinsamen Brief fordern mehrere Umweltverbände die deutschen Autobauer auf, bis spätestens 2030 keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zu verkaufen.

Hersteller wie Volkswagen, Daimler und BMW müssten ihre Produktion stattdessen auf «effiziente und verbrauchsarme Elektrofahrzeuge ausrichten», heisst es in einem Brief, den unter anderen der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Germanwatch und die Deutsche Umwelthilfe unterschrieben haben.

Für Hybrid-Fahrzeuge gelte die Forderung nach einem Verkaufsstopp gleichermassen, wie die Unterzeichner erklärten. «Die angekündigten SUV-Modelle sind ein klimapolitischer Irrweg», schreiben die Verbände, die auch synthetischen Kraftstoffen und Kraftstoffen aus Biomasse im Strassenverkehr eine Absage erteilen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatte erst vor wenigen Tagen ein Ende des fossilen Verbrenners bis 2035 in Aussicht gestellt. Anders als von Umweltverbänden gefordert, will der CSU-Politiker aber auf synthetische Kraftstoffe setzen. Lediglich der klassische Verbrenner, der mit Benzin oder Diesel angetrieben wird, solle innerhalb der nächsten 15 Jahre auslaufen, sagte der CSU-Politiker der «Welt am Sonntag».

Der Verkehrssektor - insbesondere der Strassenverkehr - ist für einen grossen Teil der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die ausgestossene Menge lag im Jahr 2020 nach Angaben des Umweltbundesamts bei 146 Millionen Tonnen. Die Reduktion um 19 Millionen Tonnen Treibhausgase im Vergleich zum Vorjahr führen Experten zum Teil auf weniger Mobilität während der Corona-Pandemie zurück.

Die EU-Kommission will Ende 2021 neue und ehrgeizigere Schadstoff-Grenzwerte für Autos und Vans vorschlagen. Sie sollen 2025 in Kraft treten. Die Automobilbranche befürchtet dadurch ein vorzeitiges Ende des klassischen Verbrennungsmotors - also genau das, was Umweltverbände nun mit Nachdruck fordern.

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