Ukrainischer Patriarch Filaret mit fast 100 Jahren gestorben
Filaret, der Patriarch der ukrainisch-orthodoxen Kirche des international nicht anerkannten Kiewer Patriarchats, ist im Alter von 97 Jahren in seinem Heimatland gestorben. «Ein grosser Verlust für die Ukrainer. Er war eine starke Persönlichkeit und einer der stärksten Verteidiger der ukrainischen Kirche, der Eigenständigkeit und der Staatlichkeit», schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Netzwerken. Das ukrainische Volk werde seinen Beitrag zur Errichtung einer Landeskirche immer ehren.

Der zeitlebens streitbare Filaret, bürgerlich Mychajlo Denyssenko, hatte sich nach seiner Niederlage bei der Wahl zum Vorsteher der russisch-orthodoxen Kirche 1990 für die Schaffung einer von Moskau unabhängigen ukrainischen Kirche eingesetzt. Er stand der von ihm mitgegründeten ukrainisch-orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats seit 1995 als Patriarch vor. Sie ging 2018 anfänglich in der staatlich geförderten Landeskirche der Orthodoxen Kirche der Ukraine auf.
Da diese jedoch dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel (Istanbul) unterstellt ist, sah er die Gründung einer unabhängigen Landeskirche nicht als vollendet an. Faktisch trat er mit seinen Anhängern aus der neuen Kirche wieder aus und führte das Kiewer Patriarchat als viertgrösste Kirche des osteuropäischen Landes fort.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Filaret verfügt, dass die Totenmesse für ihn nicht von Bischöfen der Orthodoxen Kirche der Ukraine, sondern nur von Geistlichen seines Kiewer Patriarchats gehalten werden soll. Die Trauerfeier soll dabei in der Hauptkathedrale seiner Kirche, der Wolodymyrkathedrale, im Zentrum von Kiew erfolgen.










