In Mariupol sollen heute die Fluchtkorridore wieder eröffnet werden. Am Vortag wurden sie aufgrund der Sicherheitslage geschlossen.
Flüchtende in Sewerodonezk
Flüchtende in Sewerodonezk - AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Erneute Fluchtkorridor für Zivilisten in der umkämpften Hafenstadt Mariupol sind geplant.
  • Russland wird vorgeworfen, trotz der Feuerpause die Städte weiterhin zu beschiessen.
  • Die Ukraine befürchtete einen russischen Grossangriff in der Donbass-Region.

Die ukrainische Regierung hat die Wiederöffnung von Fluchtkorridoren aus der Hafenstadt Mariupol angekündigt. Zudem sollen anderen umkämpften Gebieten im Osten und Süden des Landes evakuiert werden.

«Für heute sind neun humanitäre Korridore geplant», erklärte die stellvertretende Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Donnerstag auf Telegram. Am Vortag waren die Evakuierungen nach ukrainischen Angaben aus Sicherheitsgründen ausgesetzt worden.

Russische Truppen würden Feuerpause nicht einhalten

Den Angaben zufolge soll ein erster Fluchtkorridor zwischen Mariupol und Saporischschja eingerichtet werden. Auch aus Berdjansk, Tokmak und Energodar sollen Menschen nach Saporischschja gebracht werden. Weitere Fluchtrouten sollen von Sewerodonezk, Lyssytschansk, Popasna, Hirske und Rubischne nach Bachmut führen.

Wereschtschuk hatte am Mittwoch erklärte, russische Truppen würden gegen «gegen internationales Recht» verstossen. Sie hätten Busse mit Flüchtenden bei Saporischschja blockiert und Feuerpausen in der Region Luhansk nicht eingehalten. «Die humanitären Korridore in Luhansk werden unter der Bedingung geöffnet, dass der Beschuss eingestellt wird», erklärte sie nun.

Russischer Grossangriff in Donbass-Region befürchtet

Die Ukraine erwartet einen russischen Grossangriff im Osten. Daher rufen die ukrainischen Behörden die Bevölkerung der Donbass-Region seit Tagen auf, sich gegen Westen in Sicherheit zu bringen.

Bei einem Raketenangriff auf einen Bahnhof in der Stadt Kramatorsk waren in der vergangenen Woche dutzende Flüchtende getötet worden. Moskau und Kiew beschuldigten sich gegenseitig.

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