Ukraine Krieg

    Ukraine-Krieg: Russe flieht und operiert in Kiew verletzte Ukrainer

    Tim Camp
    Tim Camp

    Ukraine,

    Ein russischer Chirurg ist, nachdem er den Kreml kritisiert hatte, geflohen. Nun hilft er in Kiew verwundeten ukrainischen Soldaten aus dem Ukraine-Krieg.

    Verwundete Soldaten Ukraine-krieg
    Ein russischer Chirurg hilft im Ukraine-Krieg verwundeten Ukrainern. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Andrej Wolna operiert als Chirurg verwundete ukrainische Soldaten.
    • Brisant: Er ist eigentlich Russe und musste nach Kritik am Kreml fliehen.
    • Ihm ist die Gefahr seiner Arbeit bewusst, er sieht es aber als «seine Pflicht».

    Andrej Wolna ist Chirurg. Eigentlich ging er dieser Tätigkeit immer in seinem Heimatland, Russland, nach – bis er sich kriegskritisch geäussert hatte. Mit seiner Frau und seinen Töchtern ist er nun in die Ukraine geflohen.

    Mittlerweile arbeitet Wolna in einem ukrainischen Militärspital. Dort operiert er verwundete ukrainische Soldaten. Auf einem Video ist zu sehen, wie er ein Stück eines russischen Geschosses aus dem Körper eines ukrainischen Soldaten entfernt.

    Ukraine-Krieg sei eine «moralische Belastung»

    Gegenüber SRF erklärt Wolna: «Diese Menschen wurden durch meine russischen Landsleute verletzt, das ist eine moralische Belastung für mich.» Als Unfallmediziner sei er sich solche Fälle aber gewohnt.

    Er sei nicht mehr jung genug, um mit einem Gewehr gegen Russland in den Krieg ziehen zu können. Aber: «Ich kann mit meinem Wissen und meiner Erfahrung meinen ukrainischen Kollegen helfen.»

    Während Andrej Wolna von morgens bis abends in Kiew arbeitet, lebt der Rest der Familie Wolna in Estland. Das stört ihn aber nicht, er erklärt dem Sender: «Ich sehe als meine Pflicht, den Ukrainern zu helfen.»

    Wolna will in Kiew bleiben

    Aber auch wenn er sich in der Ukraine wohlfühlt, sind ihm die Gefahren, die ihn umgeben, bewusst. Er wisse, wie gefährlich es ist, die russische Regierung zu kritisieren, denn «russische Agenten gibt es überall».

    Denken Sie, dass Wolna die richtige Entscheidung getroffen hat?

    Andrej Wolna wurden in Sibirien ausgebildet und hat dort vor allem Minenarbeiter verpflegt. Nun hilft er den Opfern der russischen Aggression. An eine Rückkehr in sein Heimatland denkt er ohnehin nicht, er möchte in Kiew bleiben.

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