Tschernobyl

    Tschernobyl-Brände: Zahl der Einsatzkräfte noch einmal erhöht

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    Ukraine,

    Die Einsatzkräfte, welche gegen die Waldbrände in Tschernobyl kämpfen, haben sich von 700 Feuerwehrleuten letztes Wochenende auf 1400 erhöht.

    Tschernobyl Waldbrand
    Rauchschwaden von einem Waldbrand steigen in der radioaktiv belasteten Sperrzone um das Kernkraftwerk Tschernobyl auf (Archivbild vom 10. April). - DPA

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach Erhöhung der Einsatzkräfte löschen 1400 Feuerwehrleute die Brandherde in Tschernobyl.
    • Starker Wind erschwerte die Löscharbeiten für die Einsatzkräfte.
    • Teile Europas könnten von radioaktiven Wolken betroffen sein.

    Die Ukraine hat im radioaktiv belasteten Gebiet um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl die Zahl der Einsatzkräfte erneut massiv erhöht. Insgesamt löschten 1400 Feuerwehrleute die Brandherde in der Sperrzone, wie der Katastrophenschutzdienst am Montag mitteilte.

    Am Wochenende war von mehr als 700 Einsatzkräften die Rede gewesen. Auch Löschhubschrauber helfen bei den Arbeiten. Nach mehr als zwei Wochen andauernder Feuer gab es am Montag noch mindestens sechs Schwelbrände in der Region.

    Starker Regen erschwert Löscharbeiten

    In dem radioaktiv belasteten Gebiet wurden mit schwerer Technik Brandschutzschneisen gezogen. Starker Wind erschwerte die Löscharbeiten. In der etwa 70 Kilometer vom Sperrgebiet entfernten Hauptstadt Kiew verringerte leichter Regen den Smog.

    Die internationale Ärzteorganisation zur Verhinderung eines Atomkriegs IPPNW warnte vor einer Verharmlosung der Lage. Es gebe radioaktive Wolken über der Ukraine. «Bei ungünstiger Wetterlage und Windrichtung könnte auch der Rest Europas von den radioaktiven Wolken betroffen sein.» Das teilte der IPPNW-Co-Vorsitzende Alex Rosen am Montag mit.

    Atomkraftwerk Tschernobyl
    Rauchwolken eines Waldbrands in der Sperrzone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl (Aufnahme vom 13. April). Foto: Planet Labs Inc/dpa - dpa-infocom GmbH

    Stark verdünnte Rauchschwaden hätten bereits andere Teile Europas erreicht. Feine Messungen hätten einen Anstieg bei den Cäsium-137-Werten gezeigt. Die gemessenen Strahlenwerte seien zwar «keine relevante Gefahr für die Bevölkerung», sagte Rosen. Es könnten aber auch deutlich stärker verseuchte Teile der Sperrzone in Brand geraten.

    Die Grösse der abgebrannten Fläche wurde mit über 10'000 Hektar angegeben. Die Ärzteorganisation und die Umweltschutzorganisation Greenpeace nannten 46 000 Hektar. Auch im besiedelten Gebiet Schytomyr - in Nachbarschaft zur Sperrzone Tschernobyl - kämpften knapp 1000 Feuerwehrleute gegen Waldbrände. In Dörfern wurden Dutzende Häuser zerstört, ihre Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden.

    In Vorjahren oft Brandstiftung vermutet

    In den Vorjahren kam es mehrfach zu Feuern in den unbesiedelten Gebieten der Sperrzone. Als Ursache wird oft Brandstiftung vermutet.

    Nach der Explosion des Blocks vier im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986 wurden radioaktiv verstrahlte Landstriche um die Atomruine gesperrt.

    Es handelte sich um die grösste Atomkatastrophe in der zivilen Nutzung der Kernkraft. Es gab Tausende Tote und Verletzte. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt.

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