Regierung

    Tausende demonstrieren in Prag gegen Regierung

    Tausende Menschen sind in Prag gegen den Kurs der rechtspopulistischen Regierung unter dem Milliardär Andrej Babis auf die Strasse gegangen.

    Demonstration Prag
    Eine Frau hält ein Plakat mit der Aufschrift «Für das Volk, nicht für die Oligarchen» hoch, während sich auf dem Altstädter Ring Menschenmengen versammeln, um an der von „Million Moments for Democracy“ organisierten Anti-Regierungs-Demonstration in Prag, Tschechien, am 28. September 2026 teilzunehmen. - keystone

    Die Organisatoren der Bewegung «Eine Million Augenblicke für Demokratie» kritisierten unter anderem, dass die Regierung nicht genug zur Stärkung der Sicherheit und im Kampf gegen Desinformation unternehme. «Wir dürfen die Gefahr vonseiten Russlands nicht unterschätzen und so tun, als ob es uns nichts angehe», sagte der Initiator Mikulas Minar.

    Die Veranstalter riefen zu einer starken Beteiligung bei den Kommunal- und Teilsenatswahlen am 9. und 10. Oktober auf. Sie forderten die Menschen auf, ihre Stimme nicht für populistische und extremistische Parteien abzugeben. Auf dem Altstädter Ring im Stadtzentrum schwenkten Teilnehmer blaue Europaflaggen sowie Fahnen in den tschechischen und ukrainischen Nationalfarben.

    Ein wiederholter Kritikpunkt war, dass Regierungschef Babis als Gründer eines Grosskonzerns in einem Interessenkonflikt stehe, auch wenn er sein Vermögen einem Treuhandfonds anvertraut habe. Auf Widerstand stiessen zudem die Pläne des Kabinetts, die öffentlich-rechtlichen Medien künftig aus dem Staatshaushalt zu finanzieren.

    Erst vor kurzem hatte Babis mit Äusserungen aufhorchen lassen, welche die Unabhängigkeit der Justiz infrage stellten. Er sprach von einer «Mafia, die einen auf Bestellung wegschliesst» und «Richter, die ohne Beweise entscheiden». Anwalts- und Richterverbände reagierten empört und sahen darin einen Angriff auf die Jurisdiktion.

    In Tschechien regiert seit Dezember eine Koalition aus der rechtspopulistischen ANO von Babis und zwei Kleinparteien am rechten Rand – der Autofahrerpartei Motoristen und der Gruppierung Freiheit und direkte Demokratie (SPD). Auf EU-Ebene engagiert sich die ANO in der Fraktion Patrioten für Europa an der Seite der französischen Rassemblement National (RN) und der ungarischen Fidesz.

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    Kommentare

    User #3477 (nicht angemeldet)

    Zusehens nichts mehr mit "Freude Euerkuchen" in den EU Staaten? Sollte endlich auch eine Warnung sein für unsere 🇨🇭 "Euroturbos" ! 🫣

    User #3807 (nicht angemeldet)

    Genau so liebe Tschechen. Schaut, was Orban versucht hat, was Trump in den USA, die AfD in Deutschland versuchen. Überall wo diese Rechtspopulisten an die Macht kommen, wird Politik für die Reichen gemacht und gegen die arbeitende Bevölkerung. Überall wird der Rechtsstaat ausgehöhlt, damit dieser die Verbrechen der Herrscher nicht bestraft. Und überall werden die öffentlichen Medien geschwächt, damit man nur noch einige Oligarchen hat, welche den Diskurs vorgeben. Und interessanterweise verbünden sich solche Nationalisten mit Nationalisten anderer Nationen, denn auch die haben dasselbe Ziel internationales und lokales Recht auszuhebeln, nennen es aber Recht und Ordnung.

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