Streik

    Streik in Frankreich dauert nun länger als 1995 – Tourismus leidet

    Keystone-SDA
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    Frankreich,

    Der Streik im öffentlichen Nah- und Fernverkehr dauert nun bereits 23 Tage. Damit streiken die Leute bereits länger als im grossen Arbeitskampf von 1995.

    Streik
    Leute in Paris warten vergebens auf die U-Bahn. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • 1995 dauerte der Arbeitskampf gegen Premier Alain Juppé 22 Tage.
    • Der aktuelle Streik in Frankreich dauert mittlerweile bereits einen Tag länger.
    • Das Silvester-Geschäft scheint in Gefahr.

    22 Tage Arbeitskampf brachten 1995 Premier Alain Juppé zum Nachgeben. Der aktuelle Ausstand in Frankreich zieht sich nun schon einen Tag länger hin - eine Einigung ist nicht in Sicht. Schlecht ist das für das Silvester-Geschäft in Paris und den Tourismus-Sektor.

    Touristen
    Touristen können sich derzeit nicht auf gute Verbindungen verlassen. - Keystone

    Der Streik im öffentlichen Nah- und Fernverkehr schreckt Frankreich-Touristen zunehmend ab. Geschäftsleute, Gastronomen und Hoteliers in Paris blicken mit Sorge auf die Silvester-Feiern. Diese locken in der Regel ein Millionen-Publikum in die französische Hauptstadt.

    Der Ausstand vieler Bahn- und Nahverkehrsbetrieb-Mitarbeiter gegen die Rentenreform sei mit 23 Tagen nun länger als der grosse Streik 1995. Das berichtete der Nachrichtensender BFMTV am Freitag.

    Pariser Métro geschlossen

    In Paris blieben Métro-Linien und -Stationen erneut komplett geschlossen, wie die Verkehrsbetriebe der Stadt mitteilten. Auch der Verkehr der Staatsbahn SNCF war weiterhin eingeschränkt.

    Metro
    Die Türen der Pariser Metro bleiben geschlossen. - Keystone

    Zwischen November und Dezember 1995 hatten französische Gewerkschaften den öffentlichen Verkehr für 22 Tage lahmgelegt. Auch der damalige Premierminister Alain Juppé hatte versucht, das Renten- und Sozialversicherungssystem zu reformieren. Die Regierung machte schliesslich einen Rückzieher.

    Im Machtkampf zwischen der aktuellen Regierung unter Präsident Emmanuel Macron und den Gewerkschaften zeichnet sich derzeit keine rasche Lösung ab. Eine Streikpause zu den Feiertagen - wie von Macron angeregt - kam nicht zustande. Die Regierung will erst am 7. Januar wieder mit den Sozialpartnern zusammenkommen.

    Zahl der Streikenden sinkt

    Vor und nach Weihnachten sind in Frankreich hunderttausende Menschen unterwegs. Seit Beginn des Ausstands am 5. Dezember hat die Zahl der streikenden Angestellten der Staatsbahn SNCF abgenommen.

    silvester
    Das grosse Silvestergeschäft droht zu platzen. - Keystone

    Nach Angaben der SNCF streikten am Donnerstag rund 39 Prozent der Lokführer und 22 Prozent der Kontrolleure. Am ersten Streiktag hatten knapp 86 Prozent der Fahrer und 73 Prozent der Schaffner die Arbeit niedergelegt.

    Hunderttausende Menschen gingen bisher gegen die Rentenpläne auf die Strasse. Die Regierung will die Aufsplitterung in über 40 Rentenkassen beenden und ein Einheitssystem schaffen. Ausserdem sollen die Franzosen länger arbeiten. Die Regierung bot zwar lange Übergangsfristen an, den Gewerkschaften reichte das jedoch nicht aus.

    Touristen scheuen Risiko

    Vor allem der Tourismus und der Einzelhandel in Paris verzeichnen derzeit starke Einbussen.

    Vielen Gästen sei das Risiko zu hoch, in das blockierte Paris für ihren Urlaub zu kommen. Das sagte der Geschäftsführer der Pariser Luxushotels Le Meurice und Plaza Athénée, François Delahaye, der Nachrichtenagentur AFP. Die wohlhabenden Touristen würden in diesem Jahr eher auf London oder New York ausweichen, so Delahaye.

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