Staatsanwalt in Moskau will Freiheit für Schauspieler nach Welle der Solidarität

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    Russland,

    In einer überraschenden Kehrtwende hat die russische Staatsanwaltschaft die Freilassung eines Schauspielers gefordert, der wegen angeblicher Gewalt gegen Polizisten bei einer Protestdemonstration zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war.

    Demonstrant fordert «Freiheit für Pawel Ustinow»
    Demonstrant fordert «Freiheit für Pawel Ustinow» - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Pawel Ustinow wegen angeblicher Teilnahme an Protesten zu Haftstrafe verurteilt.

    Die Strafe sei «ungerecht», erklärte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Zuvor hatte es eine grosse Solidaritätsbewegung für Pawel Ustinow gegeben, der laut Videoaufnahmen nur am Rande der Demonstration stand und dort von Polizisten verprügelt wurde.

    Die Staatsanwaltschaft bezweifelt nach eigenen Angaben auch jetzt nicht die «Beweise» für die «Schuld von Pawel Ustinow». Die Anfang der Woche verhängte Strafe sei aber zu hart und müsse «überarbeitet» werden, forderte die Anklagebehörde in einem in Russland äusserst ungewöhnlichen Schritt. Gegen den 23-Jährigen solle «eine Strafe verhängt werden, die eine wirkliche Haft ausschliesst».

    Über den Antrag der Staatsanwaltschaft soll das zuständige Gericht am Freitag entscheiden, wie Ustinows Anwalt der Nachrichtenagentur Interfax sagte. Für den Schauspieler hatte es in Russland eine ungewöhnlich breite Welle der Solidarität gegeben, der sich auch Filmstars und Pfarrer anschlossen. Zudem protestierten hunderte Menschen gegen das Urteil.

    Die Kritiker erzürnte vor allem, dass das Gericht es ablehnte, Videomaterial von Ustinows Festnahme in Betracht zu ziehen. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie der 23-Jährige mit dem Handy in der Hand in der Nähe einer U-Bahn-Station steht, als auf einmal Polizisten in voller Kampfmontur auf ihn losgehen und mit Schlagstöcken zuschlagen. Nach ersten Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Schauspieler sich seiner Festnahme widersetzt, einer der Polizisten habe sich dabei die Schulter verstaucht.

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