Spanisches Feuchtgebiet Coto de Doñana ist ausgetrocknet

    Keystone-SDA
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    Spanien,

    Der Nationalpark Coto de Doñana im Süden von Spanien ist ausgetrocknet. Grund dafür sind die übermässige Entnahme von Grundwasser und der Klimawandel.

    Coto de Doñana
    Blick auf den Naturpark von Doñana. Beim Schutz des wegen des Tourismus und der intensiven Landwirtschaft von Austrocknung bedrohten Naturparadieses Coto de Doñana muss sich Spanien in Zukunft viel mehr anstrengen. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Coto de Doñana gilt als eines der wichtigsten Feuchtgebiete Europas.
    • Nun ist die letzte Lagune in dem Gebiet ausgetrocknet.
    • Grund dafür ist unter anderem die Entnahme grosser Wassermengen für Hotelanlagen.

    Eines der wichtigsten Feuchtgebiete Europas, der Nationalpark Coto de Doñana im Süden Spaniens, ist ausgetrocknet. Die letzte Lagune, Santa Olalla, sei vollkommen trocken, berichteten die spanische Zeitung «El País» und regionale Medien am Samstag über das auch als Rastplatz für Zugvögel wichtige Gebiet.

    Als Gründe gelten die übermässige Entnahme von Grundwasser etwa für Erdbeerfelder und Tourismusanlagen sowie die langandauernde Dürre, die vom Klimawandel verstärkt wird.

    In dem 1969 gegründeten Nationalpark, der zusammen mit einer als Naturpark geschützten Fläche und einer «Pufferzone» knapp 1300 Quadratkilometer umfasst, geht der Grundwasserspiegel schon seit Jahren dramatisch zurück, wie WWF und andere Umweltschutzorganisationen klagen. Der Grund: Legale und illegale Brunnen werden benutzt, um grosse Wassermengen abzuzweigen.

    Hotel
    Auch der Tourismus hat zu dem ausgetrockneten Feuchtgebiet beigetragen. (Symbolbild) - Pixabay

    Mit dem Wasser werden Touristen versorgt und landwirtschaftliche Anbauflächen bewässert - vor allem Erdbeerfelder. Die roten Früchte werden in ganz Europa verkauft. Diese Produktion erhöht auch die Nitratbelastung des Wassers.

    Klage der EU-Kommission

    Im vergangenen Jahr gab der EU-Gerichtshof in Luxemburg einer Klage der EU-Kommission gegen Spanien wegen unterlassenen Schutzes des Nationalparks teilweise statt. Das Land unternehme «keine geeigneten Schritte, um die Verschlechterung von geschützten Lebensräumen in den Feuchtgebieten zu verhindern», hatte die EU-Kommission 2019 bei ihrer Klage geschrieben.

    In diesem Sommer haben die Behörden bisher 71 illegal gebohrte Brunnen versiegelt, wie «El País» berichtete. Allerdings bohrten die betroffenen Bauern für jeden verschlossenen Brunnen einen neuen, weil die Erträge durch Erdbeeren höher als die Strafgelder seien. Die konservative Regionalregierung von Andalusien will die Anbauflächen für Erdbeeren sogar noch ausweiten.

    Das Feuchtgebiet entlang des Flusses Guadalquivir weist eine einzigartige Vielfalt an Ökosystemen auf. Es beherbergt eine reiche Fauna und Flora, darunter gefährdete Arten wie den Kaiseradler, den Iberischen Luchs und die Maurische Landschildkröte. Weiterhin gibt es Wanderdünen, endlose Strände, Wälder, Buschwerk und Sumpfgebiete.

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