Aus der Union kommen durchaus wohlwollende Worte zu den Kanzler-Fähigkeiten von Olaf Scholz. Bundesinnenminister Horst Seehofer wird deutlich.
Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister, spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister, spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Olaf Scholz (SPD) hat nach Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer die Fähigkeiten, ein guter Kanzler zu werden.

Auf die Frage, ob er ihm die Aufgabe zutraue, sagte der CSU-Politiker der «Bild am Sonntag»: «Ja. Ich kenne Olaf Scholz sehr gut, habe mit ihm als Finanzminister im Kabinett zusammengearbeitet. Trotz aller politischen Unterschiede gehört Herr Scholz zu den Politikern, die ich wegen ihrer Seriosität sehr schätze. Seriosität in der Politik ist unabdingbar, auch für die Sicherheit im Land.»

Seehofer: «Standen uns selbst im Weg»

Seehofer sagte, auch Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hätte er das Amt zugetraut. «Durch die Uneinigkeit in der Union standen wir uns allerdings selbst im Weg.» Er ermahnte die Union, in der Opposition neue Ideen zu entwickeln. «Auf eine brüchige Tektonik der drei Koalitionspartner in der Ampel würde ich als Union jedenfalls nicht setzen. Wir müssen mit guten Ideen Opposition machen und nicht mit Allgemeinplätzen. Es hilft nicht, immer nur vor einem Linksrutsch zu warnen.»

Sich selbst möchte Seehofer allerdings demnach nicht in diesen Prozess einbringen: «Ich werde meine politischen Kontakte unter menschlichen Gesichtspunkten weiter pflegen. Aber nicht öffentlich», sagte Seehofer. «Ich möchte nicht als alter weisser Mann auftreten, der alles besser weiss.» Der bayerische Ex-Ministerpräsident zieht sich demnächst aus der Politik zurück.

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