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Schwedens früherer Chef-Epidemiologe bekommt doch keinen hochrangigen WHO-Posten

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Schweden,

Schwedens früherer Chef-Epidemiologe Anders Tegnell wechselt doch nicht auf eine hochrangige Position bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

DSchwedens früherer Chef-Epidemiologe Anders Tegnell
DSchwedens früherer Chef-Epidemiologe Anders Tegnell - TT News Agency/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Berufung von Anders Tegnell nach voreiliger Verkündung nicht zustande gekommen.

«Nach einem Verfahren bei der WHO hat es sich als unmöglich erwiesen, eine Einigung zu erzielen», teilte die schwedische Gesundheitsbehörde FHM am Mittwoch mit, ohne nähere Angaben zu machen. Der 66-Jährige werde stattdessen zur FHM zurückkehren und sich dort um internationale Belange kümmern.

Anfang März hatte die Behörde den Wechsel von Tegnell, der das Rentenalter in Schweden von 65 Jahren überschritten hatte, zur WHO verkündet. Er werde als «führender Experte» in einem neuen WHO-Team für die Koordination der Zusammenarbeit mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef und der internationalen Impfallianz Gavi zuständig sein und sich unter anderem darum kümmern, Corona-Impfstoffe für Länder in aller Welt verfügbar zu machen.

Zwei Wochen später ruderte die Gesundheitsbehörde zurück und stellte klar, die Ankündigung sei voreilig erfolgt. «Das Verfahren zu Anders' neuem Posten hat leider länger gedauert wegen eines Missverständnisses unsererseits hinsichtlich des administrativen Procedere», sagte ein Sprecher der Behörde.

Tegnell ist massgeblich für die schwedische Sonderstrategie im Umgang mit der Corona-Pandemie verantwortlich. Schweden setzte vor allem auf freiwillige Massnahmen der Bürger und verzichtete auf rigorose Schritte. So verhängte das Land im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten wie Deutschland nie einen Lockdown, auch galt bis auf wenige Ausnahmen keine Maskenpflicht.

Tegnell bestritt jedoch wiederholt, die sogenannte Herdenimmunität anzustreben - also eine weitgehende Immunisierung der Bevölkerung durch Masseninfektionen. Vielmehr argumentierte er, dass rigorosere Methoden nicht effektiv genug seien, um ihren Einsatz zu rechtfertigen.

In Schweden wurden bislang insgesamt mehr als 18.000 Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet - deutlich mehr als in den Nachbarländern Norwegen und Finnland. Nach überdurchschnittlichen Zahlen zu Pandemiebeginn ist die Corona-Todesrate in Schweden mittlerweile aber unter den europäischen Durchschnitt gesunken.

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