Schülerproteste in Frankreich trotz Warnungen der Regierung
Die Schülerproteste in Frankreich gehen weiter, obwohl die Regierung vor einer Eskalation warnt. Mehr als 6800 Menschen kamen bisher in Gewahrsam.

Die Schülerproteste in Frankreich halten an, wie «Euronews» berichtet, obwohl die Regierung vor einer Eskalation warnt. Meist verlaufen die Blockaden friedlich, doch an manchen Orten kam es auch zu gewaltsamen Szenen.
Regierungssprecherin Maud Bregeon sagte, die berechtigten Ängste der jungen Generation würden politisch ausgenutzt und in urbane Gewalt umgelenkt. Seit Beginn der Proteste kamen mehr als 6800 Menschen in Polizeigewahrsam, darunter 86 Prozent Minderjährige.
Zudem laufen 36 Ermittlungen der IGPN, der internen Kontrollbehörde der französischen Polizei. Für Samstag, den 17. Oktober, bereiten sich die Sicherheitskräfte bereits auf einen weiteren Protesttag in Frankreich vor.
Schülerproteste in Frankreich bringen Zehntausende auf die Strasse
Am Dienstag zählte das Innenministerium laut «ZDFheute» landesweit 161'500 Demonstrierende, davon allein 41'500 in zwei Pariser Protestzügen. Die Gewerkschaften sprachen dagegen von 480'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im ganzen Land, wie das Portal weiter schreibt.
Das Bildungsministerium sprach von mehr als 200 blockierten Lycées und schwindendem Rückhalt für die Proteste. In Nantes setzte die Polizei Tränengas ein, in Paris zusätzlich Wasserwerfer gegen Randalierer am Rand des Zuges.
Der Politikwissenschaftler Jacob Ross von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik trennt die Proteste klar von linksextremen Gruppen. Nach seiner Einschätzung mischten sich auch sozial schwache, gewaltbereite Jugendliche unter die Demonstrierenden der Schülerproteste in Frankreich.
Schülerproteste treffen auf Sparzwang
Die Staatsverschuldung liegt laut «ZDFheute» auf dem höchsten Stand seit 1946, zugleich legte Premier Sébastien Lecornu einen Sparhaushalt vor. Für Bildung sind im Budget 2027 1,2 Milliarden Euro (1,1 Milliarden Franken) Mehrausgaben vorgesehen. Die Schüler fordern zehn Milliarden Euro (9,3 Milliarden Franken).

Premier Lecornu kündigte laut «news.at» über 3000 Vertretungslehrer für jene 114 Gymnasien an, die am meisten unter Lehrermangel leiden. Zudem will die Regierung Änderungsanträge zum Haushalt 2027 einbringen, um bestimmte Vorschläge der Gymnasiasten in konkrete Massnahmen umzusetzen.
Die Schülerproteste in Frankreich dauern an, und viele Jugendliche halten die angekündigten Schritte laut «Euronews» für unzureichend.
















