Russland protzt mit «riesigem» militärischen Potenzial

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    Der Kremlsprecher Dmitri Peskow prahlt mit dem «riesigen» militärischen Potenzial Russlands. Experten sehen das allerdings anders.

    Kremlsprecher Dmitri Peskow
    Laut Kremlsprecher Peskow ist Russland zu einem Frieden mit der Ukraine bereit. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Kremlsprecher Peskow nennt das militärische Potenzial Russlands «riesig».
    • Experten gehen davon aus, dass die Armee jedoch deutlich geschwächt dasteht.

    Nach mehr als vier Monaten Krieg in der Ukraine hat Russland sein militärisches Potenzial als «riesig» bezeichnet und dem überfallenen Land damit erneut gedroht. Im Moment werde nur ein «unbedeutender Teil» des Potenzials eingesetzt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge am Freitag.

    Peskow bekräftigte damit Aussagen von Kremlchef Wladimir Putin, wonach Russland in der Ukraine noch nicht einmal richtig losgelegt habe. Der russische Präsident hatte auch kampfeslustig auf Aussagen westlicher Politiker reagiert, wonach die Entscheidung in der Ukraine auf dem Schlachtfeld ausgetragen werden solle.

    «Das Potenzial Russlands ist so riesig in der Hinsicht, dass nur ein unbedeutender Teil davon jetzt eingesetzt wird bei der militärischen Spezial-Operation», sagte Peskow nach monatelangen Angriffen auf Dutzende Städte der Ukraine.

    Experten halten Russland für militärisch geschwächt

    Russland kritisiert seit langem die Lieferung schwerer Waffen des Westens an die Ukraine als eine künstliche Verlängerung des Krieges. Westliche Experten gehen allerdings davon aus, dass die militärische Kraft Russlands auch wegen hoher Verluste deutlich geschwächt ist.

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    Ein Schützenpanzer der Bundeswehr vom Typ Marder, der von Rheinmetall Landsysteme gebaut. - Philipp Schulze/dpa

    Bei einem Treffen mit führenden Vertretern des russischen Parlaments hatte Putin am Donnerstag gesagt: «Heute hören wir, dass sie uns auf dem Schlachtfeld schlagen wollen. Was soll man dazu sagen? Sollen sie es nur versuchen.» Der Kremlchef betonte einmal mehr, dass alle Ziele der «Militäroperation» erreicht würden – «ohne Zweifel».

    «Jeder sollte wissen, dass wir im Grossen und Ganzen noch nichts Ernsthaftes begonnen haben. Zugleich lehnen wir auch Friedensverhandlungen nicht ab. Aber diejenigen, die darauf verzichten, sollten wissen, dass es schwerer werden wird, mit uns zu verhandeln, je länger es weiter geht», sagte er. Putin warf dem Westen erneut vor, «bis zum letzten Ukrainer» kämpfen zu wollen – «eine Tragödie für das ukrainische Volk.»

    Russland fordert von der Ukraine unter anderem einen Verzicht auf Gebiete für eine Lösung des Konflikts. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hingegen will mit schweren westlichen Waffen die von Russland besetzten Gebiete zurückholen. Auch die 2014 von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim will er wieder in die Ukraine eingliedern.

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