Russische Läden sperren «Luxusgut» Butter weg

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Russland,

    In Russland sorgt die Teuerung dafür, dass Butter oft geklaut und deshalb weggesperrt wird. Ein Experte bezweifelt den Boom der Wirtschaft seit Kriegsausbruch.

    russland
    Russen müssen in den Supermärkten immer tiefer in die Taschen greifen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Viele Russen klagen über gestiegene Preise bei Alltagsgütern.
    • Ein Experte bezweifelt den Boom der russischen Wirtschaft nach Kriegsausbruch.
    • Die offiziellen Zahlen aus Moskau seien oft einfach unkritische übernommen worden.

    Seit bald drei Jahren führt Russland Krieg in der Ukraine und ist deswegen mit Sanktionen belegt worden. Die Wirtschaft hat das laut offiziellen Zahlen kaum beeinträchtigt, sie wuchs und teils war von einem Boom die Rede. Doch nun steigt die Inflation – und das spüren die Menschen.

    Wie «n-tv» berichtet, sind alltägliche Lebensmittel viel teurer geworden. Kunden in Einkaufsläden klagen über gestiegene Preise bei Butter, Obst und Gemüse. Selbst die so beliebten Produkte Kartoffeln und Kohl seien viel teurer geworden, sagt eine Passantin. Eine andere meint, alles sei teurer geworden, teils um 50 Prozent.

    Im Bericht wird Butter als «Luxusgut» bezeichnet. Viele Menschen könnten es sich kaum mehr leisten und würden es deshalb klauen. Viele Supermärkte haben deswegen reagiert und Butter in diebstahlsicheren Boxen eingesperrt. Davon zeugen auch Bilder in den sozialen Medien.

    Geht nun der wirtschaftliche Boom Russlands zu Ende? Die Zentralbank hat angesichts der Inflation von über 8 Prozent den Leitzins erneut erhöht, er liegt bei 21 Prozent. Doch darunter leiden Unternehmen, die in Zahlungsschwierigkeiten kommen.

    Frank Umbach glaubt nicht, dass der Boom zu Ende geht – er glaubt, es gab gar nie einen Boom. Der Sicherheitsexperte der Universität Bonn begründet es mit der Quelle der Zahlen, die den Boom bezeugen sollen: «Oft werden russische Zahlen und Statistiken unkritisch übernommen.»

    Glaubst du, dass der Ukraine-Krieg bald enden wird?

    Es gebe Hinweise, dass es den Boom nie gegeben habe, sagt er gegenüber «n-tv». Es habe schon in den letzten zwei Jahren strukturelle Probleme gegeben, die sich jetzt verschlimmerten. Er spricht die steigende Inflation und die Staatsausgaben an, die grösstenteils auf subventionierten Staatskrediten basierten.

    «Im nächsten Jahr gibt Russland 41 Prozent des Staatshaushalts für den Krieg aus», sagt Umbach. Es seien rund 10 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Und er prophezeit: «In dieser Form hält die russische Wirtschaft das noch höchstens zwei Jahre durch.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #1365 (nicht angemeldet)

    Die Hälfte von Schweizer AHV Geld wurde nach Amerika abgegeben, ohne euch zu fragen. Dasselbe passiert mit den Atomwaffen. Russland hat genügend Lebensmittel, Platz 1 in Europa als Lebensmittel - Produzent und dieser Artikel ist Quatsch.

    User #3295 (nicht angemeldet)

    Butter und Produkte bald Mangelware in Russland. Preise steigen enorm. Das Kriegsbudget des Despoten im Kreml für nächstes Jahr haben zwei Parteien nicht unterstützt. Die Sozialausgaben sollen nächstes Jahr um 16 % gekürzt werden in Russland. Es wird die Ärmsten wieder hart treffen.

    Weiterlesen

    Supermarktkette in Moskau
    12 Interaktionen
    Konsum brummt
    Ukraine Krieg
    45 Interaktionen
    Ukraine-Krieg
    Inflation
    25 Interaktionen
    Inflation

    MEHR IN NEWS

    gast
    428 Interaktionen
    «Wollten Rosenwasser»
    Aarau
    a
    8 Interaktionen
    Vater warnt
    leu
    506 Interaktionen
    «Schämt euch»

    MEHR AUS RUSSLAND

    fsb
    1 Interaktionen
    Moskau
    Moskau
    26 Interaktionen
    Moskau
    Oleschky
    12 Interaktionen
    Anapa
    Putin
    366 Interaktionen
    «Wir sind bereit»