Regenbogenparade in Prag erinnert an Opfer des CSD-Anschlags
In Prag sind am Samstag zehntausende Menschen durch die Innenstadt gezogen, um gleiche Rechte für sexuelle Minderheiten zu fordern. Zu Beginn der Parade gedachten die Teilnehmer mit einer Schweigeminute der Opfer des Anschlags, der sich kürzlich am Rande des Christopher-Street-Days in Berlin ereignet hatte.

«Ziel des Festivals ist es wie jedes Jahr, den Menschen LGBT+-Themen näherzubringen, zu zeigen, wie diese Gemeinschaft in Tschechien lebt und dass sie immer noch auf die Gleichstellung ihrer Rechte wartet», sagte die Festivalleiterin Kamila Fröhlichova. Der Anschlag von Berlin habe die Bedeutung einer solchen Veranstaltung noch einmal hervorgehoben. Hass beginne nicht mit körperlichen Angriffen, sondern mit Worten und Hassreden, betonte sie.
Bei dem Terroranschlag am 25. Juli in Berlin war der islamistische Attentäter mit einem Van in eine Menschengruppe gefahren und mit dem Fahrzeug anschliessend gegen den Baum geprallt. Eine Frau wurde getötet, 31 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.
Als Reaktion auf den Angriff in Berlin hatten die Veranstalter des Prager Festivals verstärkte Sicherheitsmassnahmen angekündigt. Hunderte von Polizisten und ein Deeskalations-Team begleiteten die Parade. Die Teilnehmer wurden zudem gebeten, Transparente mit der Hand zu tragen oder Kunststoffstangen zu verwenden. Auf Holzstangen und Besenstiele sollte verzichtet werden.
Neben farbenfroher Kleidung trugen einige Teilnehmer des Umzugs auch buntes Make-up oder sie hatten Luftballons dabei, meist mit Regenbogenmotiven. Die Parade bildete den Höhepunkt des schon die ganze Woche dauernden «Prague Pride Festivals». Das diesjährige Motto lautete: «Die Zeiten ändern sich». Nach Polizeiangaben kam es zu keinen besonderen Zwischenfällen, obwohl sich an der Route auch eine kleine Gruppe von Gegendemonstranten aufgestellt hatte.
Die Abkürzung LGBT steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle, das Plus symbolisiert Intersexuelle, Queere und andere Formen des menschlichen Zusammenlebens.










