Prozess: Kabarettist Günther Paal gesteht Kindesmissbrauch
Der österreichische Kabarettist Günther Paal hat sich wegen sexuellen Kindesmissbrauchs schuldig bekannt.

Der 64-jährige Paal, der unter dem Künstlernamen Gunkl auftritt, gestand im Wiener Landesgericht zudem den Besitz von Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch. In dem Prozess stehen auch die sexuellen Kontakte zwischen Paal und der Mutter sowie der Grossmutter des Opfers im Fokus.
Die zwei Frauen sind ebenfalls angeklagt. Mit der Drohung, den Missbrauch öffentlich zu machen, sollen sie Paal nach Angaben der Staatsanwaltschaft erpresst haben. Insgesamt zahlte Paal demnach 159.000 Euro (rund 147.000 Franken).
Bei der Übergabe von zusätzlichen 30.000 Euro im vergangenen Juni wurde die Mutter des mutmasslich missbrauchten Mädchens festgenommen, denn Paal hatte sich zuvor selbst angezeigt und die Polizei eingeschaltet. Die Mutter bekannte sich vor Gericht schuldig, die Grossmutter bestritt die Vorwürfe.
Die Angeklagten lernten einander nach eigenen Aussagen vor mehr als zehn Jahren kennen, nachdem Paal auf ein Online-Inserat der zwei Masseurinnen reagiert hatte. Es kam demnach zu Sex zwischen den drei Angeklagten, für den Paal bezahlte. Während der Kabarettist vor Gericht das Dreiecksverhältnis als Prostitution charakterisierte, sprachen die Frauen davon, dass auch Freundschaft im Spiel gewesen sei.
Bei den Treffen hatte Paal einen Laptop mit Kindesmissbrauchs-Darstellungen dabei, die er den Frauen zeigte. Vor einigen Jahren kam es zu einem neuerlichen Treffen, bei dem der Übergriff stattfand. Das Mädchen war damals im Kleinkindalter.
Den Frauen drohen bis zu zehn Jahre Haft, die maximale Strafe für Paal beträgt fünf Jahre. Für sexuellen Kindesmissbrauch sind in Österreich bis zu zehn Jahre Haft nur bei Geschlechtsverkehr oder physischer Gewalt vorgesehen. Dies fand laut Anklage in diesem Fall nicht statt. Das Urteil könnte bereits am Nachmittag fallen.










