Protestnote: Litauen fordert Betriebsstopp von AKW in Belarus

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    Litauen hat wegen der Inbetriebnahme eines zweiten Reaktors des umstrittenen Atomkraftwerks im Nachbarland Belarus eine Protestnote gegeben.

    Umstrittenes Akw in Belarus
    Zwei Kühltürme des umstrittenen Atomkraftwerks Ostrowez. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • «Belarus bereitet den Start des zweiten defekten Kernkraftwerkblocks vor und hält Zwischenfälle und Defekte vor der Öffentlichkeit geheim, während der russische Präsident mit der Stationierung von Atomwaffen in Belarus droht.

    Litauen hat als Antwort auf Informationen über die geplante Inbetriebnahme eines zweiten Reaktors des umstrittenen Atomkraftwerks im Nachbarland Belarus eine Protestnote an Minsk gegeben. Darin verlangt das baltische EU-Land den sofortigen Stopp des Betriebs der Anlage, bis alle von internationalen Missionen und bei Überprüfungen festgestellten Sicherheitsprobleme gelöst sind. Dies teilte das Aussenministerium in Vilnius am Freitag mit.

    Das zeigt den unverantwortlichen Umgang der Diktaturen mit der Atomkraft und stellt eine nukleare Bedrohung für die gesamte Region dar«, sagte Aussenminister Gabrielius Landsbergis.

    Das Atomkraftwerk an der EU-Grenze war Anfang November 2020 ans Netz gegangen. Die nur rund 50 Kilometer von Litauens Hauptstadt Vilnius entfernte Anlage in Ostrowez wurde vom russischen Atomkonzern Rosatom gebaut. Es ist das erste AKW der Ex-Sowjetrepublik und gilt als Prestigeprojekt von Machthaber Alexander Lukaschenko. Der Meiler war trotz massiver Vorbehalte der Regierung in Vilnius errichtet worden.

    Nach Angaben des litauischen Geheimdienstes hat Belarus Zwischenfälle und Defekte in den beiden Reaktorsystemen im Jahr 2022 verheimlicht. Der Betrieb des ersten Reaktors sei deswegen mehr als ein halbes Jahr eingestellt und der Start des zweiten Reaktors verzögert worden, hiess es in der Mitteilung des Aussenministeriums. Auch informiere Belarus seine Nachbarländer nicht über die gegenwärtige Situation.

    Litauen hatte wiederholt die Nichteinhaltung von Sicherheits- und Umweltstandards bemängelt – und bezeichnete die Anlage als «nukleare und ökologische Bedrohung» für ganz Europa.

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