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    Porsche gibt Börsendebüt und sammelt 9,4 Milliarden Euro ein

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    Deutschland,

    Der Börsengang des Sportwagenbauers ist der grösste in Deutschland seit 1996. Konzernmutter Volkswagen beschert die Erstnotiz einen Milliardenerlös. Nun richten sich die Blicke auf den ersten Handelstag.

    Das Porsche-Zentrum in Stuttgart - heute bringt der Volkswagen-Konzern seine Sportwagentochter Porsche AG an die Börse.
    Das Porsche-Zentrum in Stuttgart - heute bringt der Volkswagen-Konzern seine Sportwagentochter Porsche AG an die Börse. - Marijan Murat/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach jahrelangen Spekulationen und monatelanger Prüfung gibt der Sportwagenbauer Porsche sein Börsendebüt.

    Knapp 9,4 Milliarden Euro spült die Erstnotiz an der Frankfurter Börse in die Kassen des Mutterkonzerns Volkswagen, wie am späten Mittwochabend bekannt wurde. Trotz angespannter Finanzmärkte gelingt den Stuttgartern damit der grösste deutsche Börsengang seit der Telekom im Jahr 1996. Heute soll dann an der Frankfurter Börse der erste Handelspreis verkündet werden.

    Der Ausgabepreis je Vorzugsaktie wurde am Mittwoch mit 82,50 Euro festgelegt und lag damit am oberen Ende der vorab ausgegebenen Spanne von 76,50 bis 82,50 Euro je Wertpapier. Damit war angesichts der hohen Nachfrage von Seiten der Anleger bereits gerechnet worden. Insgesamt werden knapp 114 Millionen Vorzugsaktien platziert. Darin enthalten sind rund 15 Millionen Aktien für Mehrzuteilungen.

    911 Millionen einzelne Wertpapiere

    «Wir freuen uns sehr, dass wir einen erfolgreichen Börsengang der Porsche AG durchführen konnten», sagte VW-Finanzchef Arno Antlitz. Die hohe Nachfrage zeige das Vertrauen der Investoren in Porsche. Der Sportwagenbauer profitiere nun von mehr Agilität und unternehmerischer Eigenständigkeit. Volkswagen verschafften die Erlöse aus dem Börsengang mehr finanzielle Flexibilität bei der Transformation Richtung Elektromobilität und Digitalisierung.

    Insgesamt gibt es - angelehnt an Porsches wohl bekanntestes Modell - 911 Millionen einzelne Wertpapiere. Das bedeutet bezogen auf den Ausgabepreis eine Marktkapitalisierung von rund 75 Milliarden Euro. Das Grundkapital war in Vorbereitung auf den Börsengang je zur Hälfte in stimmberechtigte Stammaktien und stimmrechtslose Vorzugsaktien aufgeteilt worden. Ein Viertel der Vorzugsaktien - also 114 Millionen Papiere - kann nun unter dem Tickersymbol «P911» gehandelt werden.

    Dazu erhält die Dachgesellschaft Porsche SE (PSE) 25 Prozent plus eine Aktie der Stämme für einen Kaufpreis von 88,69 Euro. Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte PSE bekommt damit eine Sperrminorität und damit Einfluss auf wichtige Entscheidungen. Insgesamt fliessen durch den Deal nochmal 10,1 Milliarden Euro in die Kassen der Volkswagen AG. Den Grossteil des Kaufpreises will die PSE mit Fremdkapital finanzieren.

    Erlöse sollen Elektromobilität und Digitales fördern

    Mit den Einnahmen wollen die Wolfsburger unter anderem Milliarden-Investitionen in Elektromobilität und Digitales finanzieren. Knapp 49 Prozent der Erlöse könnten nach früheren Angaben an die VW-Aktionäre gehen - darüber soll eine ausserordentliche Hauptversammlung im Dezember abstimmen. Auch den VW-Beschäftigten im Haustarif und in Sachsen winken 2000 Euro Bonus. Porsche gab die Höhe eines möglichen Bonus für die Mitarbeiter noch nicht offiziell bekannt.

    Die Stuttgarter erhoffen sich von dem Gang aufs Parkett einen Schritt zu wieder mehr Eigenständigkeit. Im Jahr 2008/2009 hatten die Stuttgarter versucht VW zu übernehmen - das scheiterte und die Niedersachsen schluckten ihrerseits den Sportwagenbauer. Seither gilt Porsche als Renditeperle im VW-Konzern und peilt langfristig einen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 20 Prozent an. Solche Margen sind nur im Luxusbereich und mit entsprechenden Preisen zu holen.

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