Ein 66 Jahre alter Mann muss sich vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, Paketbomben verschickt zu haben. Er beteuert indes seine Unschuld. Ein Sachverständiger springt ihm zur Seite.
Der Angeklagte (M) mit seinem Anwalt Steffen Lindberg (r) im Gericht. Foto: Uwe Anspach/dpa-pool/dpa
Der Angeklagte (M) mit seinem Anwalt Steffen Lindberg (r) im Gericht. Foto: Uwe Anspach/dpa-pool/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein 66 Jahre alter Rentner, der für explosive Postsendungen an mehrere Lebensmittelunternehmen verantwortlich sein soll, ist nach Auffassung eines Gutachters nicht die Person, die auf Aufnahmen in einer Poststelle in Ulm zu sehen ist.

Beide seien höchstwahrscheinlich nicht identisch, sagte der Sachverständige am Freitag vor dem Landgericht Heidelberg. So unterschieden sich beide Männer in Breite und Höhe des Gesichts und im Gang.

Der anthropologische Gutachter sollte im Auftrag der Verteidigung nach einem Abgleich von Körpermerkmalen feststellen, ob ein Video aus der Überwachungskamera den Angeklagten zeige. Basis ist die Aufnahme eines Mannes in einer Poststelle, in der die Paketbomben aufgegeben worden waren. Der 66 Jahre alte Angeklagte ist auf freiem Fuss, weil kein dringender Tatverdacht mehr bestehe. Ausserdem bestritt er zum Prozessauftakt die Tat.

Der 66-Jährige wurde Mitte Februar festgenommen. Die Anklage wirft dem Mann das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung vor. Sie ging bislang davon aus, dass er die Sprengvorrichtungen selbst gebaut hat. Der Rentner habe Geld von den Firmen erzwingen wollen.

Die Serie der explosiven Postsendungen hatte am 16. Februar in Eppelheim begonnen. Dort war in der Warenannahme des Getränkeherstellers ADM Wild ein Mann durch eine Verpuffung verletzt worden, als er ein Paket annahm. Am Folgetag kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm zu einer Explosion mit drei Verletzten. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen.

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