Österreich: Schlag gegen Menschenhandel – 130 Festnahmen
Ermittler in Österreich haben nach eigenen Angaben ein internationales Schleppernetzwerk zerschlagen, das mehr als 100.000 Menschen illegal nach Mitteleuropa gebracht haben soll.

Ziel der Menschenhändler sei unter anderem Deutschland gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Mehr als 130 Verdächtige seien im Verlauf der vergangenen beiden Jahre festgenommen worden, teilte die Polizei zur Bilanz der Ermittlungen mit. Der erzielte Gewinn übersteigt den Angaben zufolge die Milliardengrenze.
An der sogenannten Operation «Ancora» seien mehrere österreichische Landespolizeidirektionen, das österreichische Bundeskriminalamt sowie Europol beteiligt gewesen, hiess es.
Die Ermittlungen begannen – so die Behörden – Ende 2023, als ein Schlepper nahe der österreichisch-slowenischen Grenze zu flüchten versuchte. «Dieser Stein hat alles ins Rollen gebracht», sagte der Polizeisprecher. Die Ermittler stellten den Angaben zufolge fest, dass die weit verzweigte familiär verbundene Gruppe mit ihren bis zu 800 Mitgliedern rund 1.000 Fahrzeuge einsetzte. Dabei habe es sich nicht immer um die typischen Klein-Lastwagen gehandelt, sondern teilweise um luxuriöse Premiumfahrzeuge, so die Polizei. Damit sollten die Fahnder in die Irre geführt werden.
Die Verdächtigen haben laut Behörden die Migranten hauptsächlich aus der Türkei über die südliche Balkanroute nach Österreich und auch nach Deutschland illegal geschleust haben. Pro Fahrt mussten demnach 10.000 bis 20.000 Euro (rund 9.000 bis 18.000 Franken) bezahlt werden. Die ausgewerteten Handydaten liessen Rückschlüsse auf die Zahl der Schleppungen und den Umsatz zu, wie es hiess. Als logistischer Dreh- und Angelpunkt soll ein Handyshop in Wien gedient haben.
Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) lobte den Fahndungserfolg. Es müsse das Ziel sein, «der brutalen und menschenverachtenden Schlepper-Mafia die Geschäftsgrundlage zu entziehen.»














