Nordmazedonien verschiebt umstrittene Volkszählung

    Keystone-SDA
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    Mazedonien,

    Die Regierung in Nordmazedonien hat eine geplante umstrittene Volkszählung von April auf September verschoben.

    Nordmazedoniens Regierungschef Zoran Zaev
    Nordmazedoniens Regierungschef Zoran Zaev - AFP

    Dies erklärte der nordmazedonische Ministerpräsident Zoran Zaev am Montagabend nach einem Gespräch mit dem rechtskonservativen Oppositionsführer Hristijan Mickoski.

    Die erste Volkszählung seit 19 Jahren gilt als politisch brisant wegen der Frage des Anteils ethnischer Albaner an der Bevölkerung. Sie hätte am Donnerstag starten und bis zum 21. April dauern sollen. Wegen der Corona-Pandemie werde sie nun auf den Zeitraum vom 5. bis zum 30. September verschoben, sagte der Sozialdemokrat Zaev.

    Bis dahin könnten alle, die an der Ausrichtung der Volkszählung beteiligt seien, gegen Covid-19 geimpft werden, fügte Zaev hinzu. Nordmazedonien ist von der Pandemie besonders stark betroffen. Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC verzeichnete in der zweiten und dritten März-Woche 12 215 Neuansteckungen. Das entspricht einer 14-Tage-Rate von 588 Infektionen pro 100 000 Einwohner.

    Zudem haben die Impfungen gegen Covid-19 gerade erst begonnen. Am Sonntag hatte das Land eine erste Lieferung von 24 000 Dosen der Vakzine von Astrazeneca im Rahmen des internationalen Impfstoff-Hilfsprogramms Covax erhalten. Zuvor hatte es nur kleinere Spenden des Nachbarlandes Serbien gegeben. Eine grössere Zahl von Nordmazedoniern konnte sich am letzten Wochenende in der südserbischen Stadt Nis gegen das Coronavirus impfen lassen.

    Die nationalistische Oppositionspartei VMRO-DPMNE, der Mickoski vorsteht, befürchtet, dass sich dabei herausstellen könnte, dass der Anteil ethnischer Albaner an der Bevölkerung gestiegen ist. Bei der letzten Volkszählung in Mazedonien - wie das Land damals hiess - im Jahr 2002 hatten sich 25,2 Prozent der Bewohner als Albaner deklariert.

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