Niedrigwasser am Rhein belastet Wirtschaft und Industrie
Das Niedrigwasser erschwert Transporte auf dem Rhein. Der deutsche Verkehrsminister Steffen Bilger erwägt deshalb, das Sonntagsfahrverbot auszusetzen.

Das Niedrigwasser am Rhein belastet die deutsche Industrie und führt zu höheren Transportkosten sowie Anpassungen der Logistik, berichtet «Reuters». Besonders betroffen sind Unternehmen aus der Stahl-, Chemie-, Mineralöl- und Energiebranche, die den Rhein als wichtigen Transportweg nutzen.
Viele Binnenschiffe können wegen der niedrigen Wasserstände nur noch deutlich weniger Ladung transportieren, berichtet die «Zeit». Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Nordrhein-Westfalen befördern manche Schiffe derzeit nur noch rund ein Fünftel ihrer üblichen Fracht.
Am Pegel Kaub sank der Wasserstand Ende Juli zeitweise auf rund 25 Zentimeter, meldet die Wasserstrassen- und Schifffahrtsverwaltung. Damit wurde der bisherige Tiefstwert aus dem Jahr 2018 erreicht.
Niedrigwasser belastet Industrie am Rhein
Thyssenkrupp Steel hat seine Hochofenproduktion wegen des Niedrigwassers vorsorglich leicht gedrosselt. Eine Unternehmenssprecherin erklärte gegenüber «Reuters», die Rohstoffversorgung sei durch die niedrigen Pegelstände leicht eingeschränkt.

Auch BASF, Evonik und Lanxess haben ihre Logistik an die niedrigen Wasserstände angepasst, berichtet die «Zeit». BASF setzt verstärkt Niedrigwasserschiffe ein, während Lanxess Transporte auf Bahn und Strasse verlagert.
Nach Angaben von Lanxess sind einzelne Lade- und Entladestellen mit Schiffen nicht mehr erreichbar. Die Produktion könne bislang dennoch ohne grössere Einschränkungen fortgesetzt werden, berichtet die «Zeit».
Verkehrsminister lädt zum Krisentreffen
Der deutsche Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat wegen des anhaltenden Niedrigwassers zu einem Spitzengespräch nach Bonn eingeladen, berichtet die «Tagesschau». Daran nehmen Vertreter der Binnenschifffahrt, der Häfen, der Industrie, von Wirtschaftsverbänden sowie zuständiger Behörden teil.
Bilger erwägt, das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lastwagen vorübergehend auszusetzen, berichtet der «Spiegel». Dadurch sollen zusätzliche Gütertransporte von den Wasserwegen auf die Strasse verlagert und Lieferengpässe abgefedert werden.
Bilger sagte, zunächst müsse die aktuelle Lage gemeinsam mit den betroffenen Akteuren bewertet werden, berichtet die «Tagesschau». Zugleich solle beraten werden, wie die deutschen Wasserstrassen widerstandsfähiger gegen extreme Niedrigwasserereignisse werden können.
Transportkosten steigen bereits
Bilger warnte, ein vollständiger Stillstand der Schifffahrt könnte erhebliche Folgen für Lieferketten und die Versorgung haben. Bahn und Lastwagen könnten einen Teil der Transporte übernehmen, ihre zusätzlichen Kapazitäten seien jedoch begrenzt.

Nach Angaben der Deutschen Transport-Genossenschaft gibt es derzeit noch keine akuten Versorgungsengpässe, berichtet «Welt». Die Transportkosten steigen jedoch bereits, weil Schiffe häufiger mit geringerer Auslastung fahren und auf andere Verkehrsträger ausgewichen wird.












