Neue Erkenntnisse um «Mädchen mit dem Perlenohrring» ans Licht gebracht

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    Niederlande,

    Es ist eines der grössten Rätsel der Kunstwelt: Wer ist das «Mädchen mit dem Perlenohrring» von dem niederländischen Maler Johannes Vermeer? Wissenschaftliche Untersuchungen haben zwar nicht ihre Identität enthüllt, jedoch neue Erkenntnisse über die Maltechnik an dem berühmten Gemälde zutage befördert.

    «Mädchen mit dem Perlenohrring» im Röntgen-Scanner
    «Mädchen mit dem Perlenohrring» im Röntgen-Scanner - ANP/AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Identität von Mädchen in Vermeers Gemälde bleibt Rätsel.

    «Die Ergebnisse des Forschungsprojekts bieten einen Einblick in ein viel 'persönlicheres' Gemälde, als bisher angenommen», erklärte das Den Haager Kunstmuseum Mauritshuis am Dienstag, in dem das Bild aus dem 17. Jahrhundert ausgestellt ist.

    Bei der Untersuchung mit einem Röntgen-Scanner wurde unter anderem entdeckt, dass sich winzige Wimpern um die Augen des Mädchens befinden, die für den Betrachter unsichtbar sind. Zudem sei ein grüner Vorhang im scheinbar leeren Hintergrund des Gemäldes aus dem Jahr 1665, der im Laufe der Jahrhunderte schwarz geworden ist.

    Die seit Februar 2018 laufende Studie brachte auch ans Licht, wie der holländische Meister mit verschiedenen Schichten an Farben arbeitete. Er änderte die Komposition des Gemäldes, indem er die Position des Ohres, das Ende des Schals um den Kopf des Mädchens und den Nacken verlagerte.

    Vermeer nutzte ausserdem Rohstoffe aus der ganzen Welt, darunter den Halbedelstein Lapislazuli aus Afghanistan, um Ultramarin herzustellen, das zu seiner Zeit als «kostbarer als Gold» galt. Die Perle selbst sei eine «Illusion», erklärten die Forscher, die aus «durchscheinenden und undurchsichtigen Nuancen von weisser Farbe» besteht, während der Haken gänzlich fehlt.

    Das Gemälde mit der jungen Frau, die einen blau-gelben Turban trägt und an deren Ohr eine grosse Perle hängt, die im Licht schimmert, fasziniert seit jeher Kunstliebhaber und Forscher auf der ganzen Welt. Wer sie ist, ob sie überhaupt existiert hat, oder nur der Fantasie von Vermeer entsprungen ist, fanden die Wissenschaftler nicht heraus. «Das Mädchen hat das Geheimnis ihrer Identität noch nicht preisgegeben, aber wir haben sie etwas besser kennengelernt», sagte Museumsdirektorin Martine Gosselink. «Dies ist nicht der Endpunkt unserer Forschung.»

    Die Unbekannte inspirierte auch die Schriftstellerin Tracy Chevalier zu ihrem gleichnamigen Buch. Dieses wurde wiederum erfolgreich mit Scarlett Johansson und Colin Firth in den Hauptrollen verfilmt.

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