Neapel probt den Ernstfall: Evakuierungsübung für Supervulkan

    Gerrit Fredrich
    Gerrit Fredrich

    Italien,

    Neapel probt einen Ausbruch ihres Supervulkans. Über 1000 Menschen beteiligten sich an der Evakuierungsübung

    Neapel
    Ein Erdbeben der Stärke 4,6 erschütterte am Mittag die süditalienische Millionenstadt Neapel und ihr Umland. (Archivbild) - depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Neapel droht der Ausbruch des Supervulkans.
    • Für diesen Fall fand eine Evakuierungsübung statt.

    In der Region Neapel fand eine gross angelegte Evakuierungsübung statt. Tausende Anwohner probten den Ernstfall eines Ausbruchs des Supervulkans in den Phlegräischen Feldern.

    Die Übung soll die Bevölkerung auf mögliche Gefahren vorbereiten.

    Wie die «Berliner Morgenpost» berichtet, versammelten sich bei strahlendem Sonnenschein Tausende an einem zentralen Punkt in Bacoli, wo Busse bereitstanden. Die Teilnehmer wurden aus der sogenannten «Roten Zone», dem Gebiet mit dem höchsten Vulkanrisiko, abtransportiert.

    Hast du schon mal einen aktiven Vulkan gesehen?

    Die Übung war umfangreich geplant. «Freiwillige vom Katastrophenschutz informierten die Bürger über Verhaltensweisen im Falle eines Vulkanausbruchs», schreibt die «Berliner Morgenpost».

    Anschliessend wurden die Teilnehmer nach Giugliano gebracht, einer Stadt ausserhalb des Gefahrenbereichs.

    Neapel: Warnstufen und Evakuierungspläne

    Aktuell gilt für die Region die Warnstufe Gelb. Die «Berliner Morgenpost» erklärt: «Bei einem Wechsel zu Orange wird geraten, das Gebiet zu verlassen, und bei Rot ist dies verpflichtend».

    Im Ernstfall müssten die Bewohner in andere italienische Regionen umgesiedelt werden.

    Neapel
    Die Phlegräischen Feldern liegen rund 20 Kilometer westlich des Vesuvs und gelten als Supervulkan von Neapel. - keystone

    Der Bürgermeister von Bacoli, Dellaione, wird von der «Berliner Morgenpost» zitiert: «Die Menschen zeigen grosses Interesse am Evakuierungsplan».

    Für viele Anwohner ist die Bedrohung durch den Vulkan Teil ihres Alltags.

    Carmela Anzalone, eine 66-jährige Lehrerin, sagt laut «Berliner Morgenpost»: «Bacoli ist mein Zuhause, und der Vulkan gehört dazu. Er ist Teil meiner Identität».

    Wissenschaftliche Beobachtung und Sorgen der Bevölkerung

    Die «Berliner Morgenpost» berichtet: «Der Supervulkan in der Nähe von Neapel zieht die Aufmerksamkeit von Forschern auf sich». Die zunehmende Instabilität der Erdkruste und verstärkte magmatische Bewegungen bereiten Sorgen.

    Im Mai wurde das stärkste Beben seit 40 Jahren registriert. Es hatte eine Stärke von 4,4 auf der Richterskala.

    1'500 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Viele leben noch immer in Notunterkünften.

    vulkan
    Die Region um die Phlegräischen Felder bei Napoli ist von Vulkanausbrüchen bedroht. (Archivbild) - keystone

    Die Anwohner fordern mehr Unterstützung. Carmela Anzalone berichtet: «Wir sind bereit, mit der Gefahr des Supervulkans zu leben, aber wir sollten Unterstützung für die Sanierung unserer Häuser erhalten».

    Die Stabilität vieler Gebäude leidet unter den häufigen Erschütterungen. Die Evakuierungsübung in Neapel zeigt die Ernsthaftigkeit der Bedrohung durch den Supervulkan.

    Sie verdeutlicht auch die Herausforderungen, vor denen die Behörden und die Bevölkerung im Ernstfall stehen würden. Die Vorbereitung auf mögliche Szenarien bleibt für die Region von höchster Wichtigkeit.

    Kommentare

    User #4238 (nicht angemeldet)

    Es ist eine Frechheit, vom Staat mehr Unterstützung zu fördern, nur weil man nicht gewillt ist, trotz Warnungen, von dort wegzuziehen!!! Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um!! Ein altes Sprichwort!!!😱🙏

    User #1951 (nicht angemeldet)

    Wer der ausbricht müssen sich die Grünen ein neues Parteiprogramm ausdenken ohne CO2. Girod hat dann aber schon Kasse gemacht

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