Vor einem Monat erschütterte eine Studie zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum München und Freising die katholische Kirche. Von 497 Opfern gingen die Gutachter aus - und davon, dass es noch viel mehr gab.
Nach der Veröffentlichung einer Missbrauchsstudie melden sich weitere mutmassliche Betroffene bei der Diözese in München und Freising. Foto: Sven Hoppe/dpa-Pool/dpa
Nach der Veröffentlichung einer Missbrauchsstudie melden sich weitere mutmassliche Betroffene bei der Diözese in München und Freising. Foto: Sven Hoppe/dpa-Pool/dpa - dpa-infocom GmbH
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Das Wichtigste in Kürze

  • Rund einen Monat nach der Präsentation des Gutachtens über sexuelle Gewalt im katholischen Erzbistum München und Freising haben sich bereits rund 20 weitere mutmassliche Betroffene bei der Diözese gemeldet.

Die Meldungen seien bei den unabhängigen Missbrauchsbeauftragten der Diözese eingegangen, teilte das Bistum auf Anfrage mit.

Dazu kommen noch mindestens 150 Anrufe bei der neu eingerichteten Hotline der Diözese. Diese seien allerdings nicht nur von mutmasslichen Betroffenen gekommen, sondern auch von Menschen, die mit der Frage nach einem Kirchenaustritt ringen oder mit der Kirche und den aktuellen Vorgängen ein Problem haben.

Das Gutachten hatte aufgezeigt, dass Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern im Erzbistum München und Freising über Jahrzehnte nicht angemessen behandelt worden waren. Den ehemaligen Erzbischöfen Friedrich Wetter und Joseph Ratzinger, heute Benedikt XVI., werden in dem Gutachten persönliches Fehlverhalten in mehreren Fällen vorgeworfen - ebenso auch dem aktuellen Erzbischof Kardinal Reinhard Marx. Die Studie geht von mindestens 497 Opfern und 235 mutmasslichen Tätern aus - und von einem weit grösseren Dunkelfeld.

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