Mindestens 23 Menschen durch Explosionen auf Markt in Afghanistan getötet

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    Durch eine Serie von Explosionen auf einem Markt im Süden Afghanistans sind nach Behördenangaben mindestens 23 Zivilisten getötet worden, darunter auch Kinder.

    Ein Verletzter auf einem Markt der Provinz Helmand
    Ein Verletzter auf einem Markt der Provinz Helmand - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Taliban weisen Verantwortung für Angriff zurück.

    15 weitere Menschen seien verletzt worden, teilten das Büro des Provinzgouverneurs sowie die afghanische Armee am Montag in getrennten Stellungnahmen mit. Präsident Aschraf Ghani machte die radikalislamischen Taliban für den Angriff verantwortlich, die Miliz wies dies zurück.

    Militärangaben zufolge lösten die Taliban insgesamt zwei Explosionen auf einem belebten Markt der Provinz Helmand aus. Das Büro des Provinzgouverneurs berichtete von insgesamt vier Raketeneinschlägen auf dem Markt des Bezirks Sangin, denen die Explosion einer Autobombe folgte. Dabei seien auch zwei Taliban-Kämpfer getötet worden.

    Ein Talibansprecher hingegen sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Behörden selbst und «ihre Söldner» stünden hinter den Explosionen. Die afghanische Armee habe die Raketen abgefeuert.

    Präsident Ghani verurteilte den «Terrorangriff». Nach seinen Angaben waren die meisten Opfer Kinder und Jugendliche. Ghani rief die Taliban zu einem Ende der Gewalt und der Aufnahme von Gesprächen mit seiner Regierung auf.

    Die Gewalt in Afghanistan war nach einer kurzzeitigen Waffenruhe im Mai deutlich zurückgegangen, inzwischen nimmt sie aber wieder zu. In den vergangenen Wochen wurden mehrere Angriffe auf Sicherheitskräfte, Moscheen, Menschenrechtsaktivisten und Staatsanwälte verübt. In vielen Fällen wiesen die Taliban eine Verantwortung zurück. Sie geben an, ihre Angriffe auf afghanische Sicherheitskräfte zu konzentrieren.

    Der für Afghanistan zuständige Regionaldirektor der Organisation Save the Children, Milan Dinic, äusserte sich besorgt über die wieder zunehmende Gewalt am Hindukusch. Wie im jüngsten Fall in Helmand würden dabei immer wieder Kinder zu unschuldigen Opfern. «Solange die Waffen nicht schweigen, ist kein Kind in Afghanistan sicher», erklärte er.

    Ungeachtet der erneuten Zunahme der Angriffe scheinen sich beide Seiten ersten gemeinsamen Friedensgesprächen weiter anzunähern. Ghani hat inzwischen zugesagt, die Freilassung von insgesamt 5000 Taliban-Kämpfern zu beschleunigen, wie es ein Abkommen zwischen den USA und der Miliz vorsieht. Im Gegenzug wollen die Aufständischen bis zu tausend verschleppte afghanische Soldaten und Polizisten freilassen. Danach sollen die innerafghanischen Gespräche beginnen.

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