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    Mieter fürchten Aufstieg von Deutsche Wohnen in den Dax

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    Wer in der ersten deutschen Börsenliga mitspielt, fällt auch international auf. Nun steht der zweitgrösste deutsche Vermieter vor dem Sprung. Mieter erwarten nichts Gutes.

    Der zweitgrösste deutsche Vermieter Deutsche Wohnen steht vor dem Aufstieg in den Dax. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
    Der zweitgrösste deutsche Vermieter Deutsche Wohnen steht vor dem Aufstieg in den Dax. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der absehbare Börsenaufstieg des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen in den Leitindex Dax erfüllt Mietervertreter mit Sorge.

    Das Unternehmen mit bundesweit 160.000 Wohnungen werde noch stärker in den Fokus internationaler Investoren rücken, hiess es beim Deutschen Mieterbund.

    Diese erwarteten hohe Dividenden auch vom zweitgrössten privaten Vermieter im Land. «Der Druck zu Mietsteigerungen wird daher steigen», sagte Sprecherin Jutta Hartmann. «Für Mieter ist es daher kein Grund zur Freude.»

    Kapitalmarktbeobachter rechnen damit, dass das Berliner Unternehmen mit rund 116.000 Wohnungen in der Hauptstadt in der kommenden Woche in die erste Börsenliga aufgenommen wird. Ersetzen könnte die Deutsche Wohnen in der Liste der 30 Top-Werte nach Einschätzung von Analysten die Lufthansa, deren Kurs trotz Erholung noch weiter unter dem Vor-Corona-Niveau liegt.

    Die nächste ausserordentliche Dax-Überprüfung steht an diesem Donnerstag (4. Juni) an. Der Austausch fände zum 22. Juni statt. Kriterien sind etwa der Börsenumsatz und die Höhe des Streubesitzes. Der grösste deutsche Vermieter, die Bochumer Vonovia, ist seit fünf Jahren im Dax. Die Hauptstadt hätte 14 Jahre nach der Schering-Übernahme durch Bayer wieder einen Dax-Konzern.

    «Für die Berliner Börsenlandschaft wäre es eine Bereicherung», sagte daher der Aktionärsvertreter Michael Kunert. Für die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger fordert er, dass die Deutsche Wohnen dann aber auch ihre Hauptversammlungen an der Spree abhält - auch wenn es Proteste geben sollte. «Das gehört zur Demokratie.»

    Bislang fand das jährliche Aktionärstreffen der Deutsche Wohnen in Frankfurt am Main statt, wo die frühere Deutsche-Bank-Tochter bis vor drei Jahren ihren Sitz hatte. Die diesjährige Hauptversammlung an diesem Freitag wird als Videokonferenz abgehalten.

    Grösster Einzelaktionär ist Blackrock, der grösste Vermögensverwalter der Welt. Er ist an allen Dax-Konzernen beteiligt.

    Aus Sicht der Investoren erführe die Deutsche Wohnen eine Aufwertung, meint auch der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Reiner Wild. «Der Erfolg der Deutschen Wohnen aus Investorensicht ist aber das Leid der Mieter», sagte er.

    Wild kritisierte hohe Mieten bei Wiedervermietung, Betriebskostengewinne durch interne Tochterunternehmen, niedrige Instandsetzungsinvestitionen und Einsparungen beim Personal. «Leistungen minimieren, Einnahmen erhöhen, das mag an der Börse erfolgreich sein, für die Nutzer der Wohnungen ist diese Devise jedoch mangelhaft.»

    Die Deutsche Wohnen hat solche Vorwürfe stets zurückgewiesen und auf höhere Ausgaben etwa für Personal und Instandhaltung verwiesen. Steigende Belastungen für Mieter hatten in ihrem wichtigsten Markt Berlin dazu geführt, dass der Senat die Mieten in der Stadt im Februar einfror. Im ersten Quartal konnte der Konzern seine Mieteinnahmen in der Stadt aber noch um 2,3 Prozent steigern.

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