Machtkampf in NRW-AfD eskaliert - Führung zerfällt

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    Die NRW-AfD hat nur noch eine Rumpfführung. Von 12 Vorstandsmitgliedern treten bei einem Parteitag im Minutentakt neun zurück. Übrig bleiben im Vorstand nur noch drei Hardliner.

    Helmut Seifen und ein Grossteil des zwölfköpfigen AfD-Landesvorstandes in NRW sind zurückgetreten. Foto: Swen Pförtner
    Helmut Seifen und ein Grossteil des zwölfköpfigen AfD-Landesvorstandes in NRW sind zurückgetreten. Foto: Swen Pförtner - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Machtkampf in der nordrhein-westfälischen AfD hat einen neuen Höhepunkt erreicht.

    Nach einem erbitterten Führungsstreit trat der als gemässigt geltende Co-Vorsitzende Helmut Seifen mit einem Grossteil des zwölfköpfigen Landesvorstandes zurück.

    Der zweite Vorsitzende Thomas Röckemann und zwei weitere Vorstandsmitglieder bleiben vorerst im Amt. Mehrere Anträge auf ihre Abwahl erreichten beim vorgezogenen Parteitag in Warburg nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit. Röckemann gilt als Sympathisant des «Flügels» um den Thüringer Rechtsaussen Björn Höcke.

    Der eigentlich auf zwei Tage angesetzte Parteitag wurde nach dem Zerfall des Vorstandes nach nur einem Tag beendet. Der mit rund 5300 Mitgliedern grösste AfD-Landesverband hat jetzt nur noch eine dreiköpfige Rumpfführung. Der nächste reguläre Parteitag steht Ende des Jahres an. Dann muss der gesamte Vorstand neu gewählt werden. Der von Teilen des Vorstands schon in Warburg geforderte komplette Neuanfang des Landesverbandes scheiterte damit zunächst.

    Seifen warf in einer hitzigen und lautstarken Debatte den Anhängern des rechtsnationalen «Flügels» um Höcke vor, die Partei in NRW und bundesweit zu unterwandern und zu spalten. In entscheidenden politischen Fragen handelten Höckes «willfährige Werkzeuge» nicht im Interesse des Landesverbandes, sagte er. «Ihre Loyalität gilt in erster Linie dem «Flügel».» Damit spielte er vor allem auch auf seinen Co-Vorsitzenden Röckemann an. Die AfD dürfe nicht zulassen, dass der stärkste Landesverband zu einem «Satellitenverband» verkomme, sagte Seifen.

    Mit Röckemann sei eine pragmatische Arbeit nicht möglich. Er habe Massnahmen gegen Mitglieder wegen parteischädigenden Verhaltens verzögert und keines der elf Parteiordnungsverfahren mitgetragen. Wegen der «Machenschaften» der «Flügel»-Anhänger, die die AfD NRW bis in die Kreisverbände unterwanderten, sei «der Bestand der Partei in grosser Gefahr», sagte Seifen.

    Röckemann lehnte einen Rücktritt ab und rief die «Amtsmüden» zum Rücktritt auf: «Ich für meinen Teil habe die Eier, das, was ich angefangen habe, auch durchzuziehen», sagte er. Er wolle die frei gewordenen Plätze im Vorstand «mit guten Leuten besetzen», sagte Röckemann.

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