Litauen baut Militärübungsplatz nahe der Suwalki-Lücke
In Litauen hat das Parlament die Errichtung eines neuen Militärübungsplatzes im Gebiet der sogenannten Suwalki-Lücke beschlossen.

Die Volksvertretung des baltischen EU- und Nato-Landes billigte ein vom Verteidigungsministerium vorgelegtes Gesetz, das den Bau eines militärischen Trainingsgeländes mit einer Fläche von mehr als 14.000 Hektar in Kapciamiestis vorsieht. Dort sollen dann von 2028 an Übungen mit bis zu rund 4.000 Soldatinnen und Soldaten möglich sein.
Litauen grenzt sowohl an das mit Russland eng verbündete Belarus als auch an die russische Exklave Kaliningrad an der Ostsee. Zwischen diesen beiden Ländern verläuft ein schmaler Nato-Korridor von Litauen westlich nach Polen – die sogenannte Suwalki-Lücke. Sie gilt als militärisch bedeutsam: Im Ernstfall könnte Russland die Baltenstaaten durch dessen Einnahme vom restlichen Nato-Gebiet abschneiden.
Verteidigungsminister Robertas Kaunas betonte, dass der Ausbau der Übungsinfrastruktur notwendig sei, um die Einsatzbereitschaft der Armee und die Sicherheit an der Nato-Ostflanke zu stärken. Litauen baut gegenwärtig eine neue Streitkräfte-Division auf. Auch wird künftig eine gepanzerte Brigade der deutschen Bundeswehr fest in dem Baltenstaat stationiert sein, der sich wegen der russischen Invasion in die Ukraine vor mehr als vier Jahren bedroht fühlt.
Die Errichtung des Übungsplatzes ist nicht unumstritten: Gegen das Vorhaben gibt es Vorbehalte von Anwohnern und Umweltschützern, die bereits mehrere Protestaktionen durchführten. Auch während der Abstimmung kam es zu einer kleineren Demonstration vor dem Parlament in Vilnius.










