Wenn Wälder oder Moore in einem schlechten Zustand sind, leisten sie keinen Beitrag zum Klimaschutz - im Gegenteil. Das muss sich jetzt ändern, so Umweltministerin Steffi Lemke.
Umweltministerin Steffi Lemke während der Pressekonferenz zur Vorstellung des Aktionsprogramms «Natürlicher Klimaschutz».
Umweltministerin Steffi Lemke während der Pressekonferenz zur Vorstellung des Aktionsprogramms «Natürlicher Klimaschutz». - Michael Kappeler/dpa

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat Eckpunkte für ein Aktionsprogramm zum natürlichen Klimaschutz in Deutschland vorgestellt.

Die Pläne zielen darauf ab, natürliche Ökosysteme wie Wälder, Auen, Böden und Moore so zu schützen und wiederherzustellen, dass sie Treibhausgase binden und einen Klimaschutzbeitrag leisten.

Zu den Eckpunkten, die Lemke am Dienstag in Berlin vorstellte, gehören etwa ein Bundesprogramm zur Wiedervernässung von Moorböden, eine verbindliche Meerschutz-Strategie und Massnahmen zum Verbot von Holzeinschlag in öffentlichen Wäldern.Bis 2026 insgesamt vier Milliarden Euro

Für die Umsetzung des Aktionsprogramms will die Bundesregierung in den Jahren 2022 bis 2026 insgesamt vier Milliarden Euro bereitstellen. Die Mittel sollen Lemkes Angaben zufolge auch genutzt werden, um Landwirte, die auf die Nutzung und Trockenlegung von Moorböden verzichten, finanziell zu unterstützen.

Geprüft würden den Angaben zufolge auch gesetzliche Änderungen, um etwa im Strassenbau bestehende Planungshemmnisse für den Naturschutz abzubauen. Lemke sprach von einem «heftigen Spannungsfeld» zwischen Infrastrukturprojekten und der für den Klimaschutz nötigen Wiederherstellung von Natur. «Wünschenswert wäre es selbstverständlich, dass für Strassenbau und andere Projekte keine Moore mehr in Anspruch genommen werden», sagte Lemke.«Nicht gegen die Natur arbeiten»

Es sei «höchste Zeit, dass wir nicht gegen die Natur arbeiten, sondern die vorhandenen Synergien zwischen Natur und Klimaschutz gezielt nutzen», erklärte Lemke. Natürlicher Klimaschutz sei eine «Querschnittsaufgabe» und bedeute auch Krisenvorsorge, betonte sie. Schon jetzt zeige sich, was die Zerstörung natürlicher Lebensräume anrichten könne. Viele Ökosysteme seien in einem degradierten Zustand. Entwässerte Moore könnten Treibhausgase nicht mehr binden, sondern würden stattdessen in grossen Mengen Kohlenstoffdioxid ausstossen, sagte Lemke. Mit dem Aktionsprogramm wolle die Bundesregierung gegensteuern - auch um die Vorgaben aus dem Klimaschutzgesetz umzusetzen. Seit vergangenem Jahr sieht das Gesetz auch einen verbindlichen Beitrag der natürlichen Ökosysteme zum Klimaschutz vor.

Die Eckpunkte sollen nach Lemkes Angaben nun mit den anderen Ressorts abgestimmt werden. Das fertige Aktionsprogramm soll bis Ende des Jahres stehen.

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