Die britische Regierung will Asylsuchende während des Verfahrens im Ausland unterbringen. Konkret in Albanien – doch diese wollen nichts davon wissen.
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Britischer Justizminister Dominic Raab. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die britische Regierung will Asylsuchende ins Ausland verlagern.
  • Sie nannten dazu Albanien als Möglichkeit, das Land hingegen wehrt sich.
  • Die Kontroverse um die Asylpolitik Grossbritanniens ist wieder angeheizt.

In Grossbritannien ist die Debatte über das Asylwesen wieder angeheizt. Grund dafür ist ein Bericht über Pläne der britischen Regierung. Diese besagen, dass Asylsuchende für die Dauer ihres Verfahrens ins Ausland geschickt werden sollen.

Flüchtlingszentren im Ausland seien aktuell die einzige Hoffnung der Regierung. So will sie der steigenden Zahl an Migranten, die über den Ärmelkanal kommen, begegnen. Das berichtete die «Times» am Donnerstag unter Berufung auf nicht genannte Regierungsquellen.

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Die britische Innnministerin Priti Patel. - Keystone.

Justizminister Dominic Raab bestätigte im Sender Times Radio am Donnerstag, man sei in Gesprächen über «internationale Partnerschaften». Diese würden die Abfertigung der Migranten ins Ausland verlegen, um Grossbritanniens Anziehungskraft für Flüchtlinge zu reduzieren.

Laut «Times» sehen die Pläne vor, Migranten für die Dauer ihres Asylverfahrens ins Ausland zu schicken. Das binnen sieben Tagen nach ihrer Ankunft in Grossbritannien. Demnach ging es unter anderem konkret um Albanien als Zielland. Das löste jedoch sofort heftigen Widerspruch aus dem Balkanstaat aus.

Albanien stimmt nicht zu

Die albanische Aussenministerin Olta Xhacka bezeichnete den Bericht auf Twitter als «Fake News». Auch der albanische Botschafter in Grossbritannien, Qirjako Qirko, zeigte sich verärgert. Er sagte dem «Guardian», Albanien werde niemals einer solchen Regelung zustimmen.

Raab sagte dem Sender Sky News auf eine Frage nach dem Bericht: Albanien sei eines der Länder, die man bei der Suche nach Partnern für die «internationale Abfertigung» in Betracht ziehe. Die britische Innenministerin Priti Patel ist bereits in etlichen europäischen Ländern mit ihrem Anliegen gescheitert.

Der konservativen Regierung sind die über den Ärmelkanal ankommenden Migranten ein Dorn im Auge. Mittlerweile haben in diesem Jahr mehr als 24 000 Menschen die gefährliche Reise hinter sich gebracht. Das sind fast dreimal so viele wie 2020. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nimmt Grossbritannien jedoch traditionell deutlich weniger Flüchtlinge auf.

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