Kein gemeinsamer Kampfjet – wie das Projekt FCAS scheiterte
Deutschland und Frankreich begraben ihren gemeinsamen Kampfjet. Merz und Macron ziehen nach Jahren des Streits den Schlussstrich.

Das grösste Rüstungsprojekt Europas ist endgültig Geschichte. Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben laut dem «Deutschlandfunk» das FCAS-Vorhaben für gescheitert erklärt.
Der Kampfjet hätte ab 2040 den deutschen Eurofighter und die französische Rafale ersetzen sollen.
Die Gesamtkosten waren laut «ZDFheute» auf über 100 Milliarden Euro (etwa 92,2 Milliarden Franken) veranschlagt.
Streit um Macht und Patente
Die beiden Konzerne Dassault und Airbus konnten sich nicht auf Arbeitsanteile und Patentrechte einigen. Wie «Euronews» berichtet, beanspruchte Dassault die Führung beim Kampfflugzeug, während Airbus eine Nebenrolle ablehnte.
Hinzu kamen grundverschiedene militärische Anforderungen beider Länder. Frankreich bestand auf einem atomwaffenfähigen, trägergestützten Kampfjet – ein Bedarf, den Deutschland nicht teilte.
Merz und Macron gelangten laut deutschen Regierungskreisen zur gemeinsamen Einschätzung, dass Dassault und Airbus beim Kampfjet nicht zusammenfinden. «Diese Realität erkennen sie an», hiess es offiziell.
Finanzieller Schaden bleibt
Der politische Schaden sei aus Regierungssicht begrenzt, meldet «ZDFheute». Der finanzielle Verlust liege bei rund drei Milliarden Euro (etwa 2,7 Milliarden Franken), da viele Entwürfe nun hinfällig seien.
Weitergeführt werden soll die sogenannte «System der Systeme»-Idee.

Gemeint sind Drohnen, Künstliche Intelligenz und eine Combat Cloud zur vernetzten Gefechtsführung.
Was kommt nach dem Kampfjet?
Welche Partner Deutschland bei einem künftigen Kampfjet-Programm gewinnen kann, bleibt offen. Als Alternative gilt laut «Defence Network» das britisch-italienisch-japanische Programm «Tempest», das bereits in Entwicklung ist.
Mitte Juli soll ein «zeitgemässer Arbeitsplan» bei einer deutsch-französischen Kabinettssitzung vereinbart werden, berichtet der «Deutschlandfunk».
Ob bis 2040 ein tragfähiger Eurofighter-Nachfolger steht, bleibt eine offene Frage.












