EU

    Kassen-Zahnärzte kritisieren Amalgam-Verbot durch EU

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    In der EU sollen quecksilberhaltige Zahnfüllungen ab 2025 weitgehend verboten werden. Das hält die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung für einen Fehler.

    Dentalamalgam
    Laut KZBV-Vorstandschef Hendges gehen bei fachgerechtem Einsatz von Dentalamalgam keine Gesundheitsgefahren aus. - Christin Klose/dpa

    Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat das von der Europäischen Union ab 2025 beschlossene Verbot von quecksilberhaltigen Zahnfüllungen kritisiert. «Ein Wegfall von Dentalamalgam wird die Versorgung insbesondere von vulnerablen Patientengruppen deutlich erschweren», sagte KZBV-Vorstandschef Martin Hendges dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

    Derzeit stünden keine «mit ausreichender Evidenz» hinterlegten Alternativmaterialien für alle Versorgungsformen zur Verfügung. Um diese Wissenslücke zu schliessen, müsse weiter geforscht werden und Ergebnisse lägen erst in einigen Jahren vor. Quecksilber wird für Amalgam verwendet.

    Unterhändler des Parlaments und der EU-Staaten hatten sich vergangene Woche auf die neuen Vorgaben geeinigt. Demnach sollen in der EU quecksilberhaltige Zahnfüllungen ab 2025 weitgehend verboten werden, um Gesundheit und Umwelt vor den schädlichen Auswirkungen von Quecksilber zu schützen. Ausnahmen soll es geben, wenn ein Zahnarzt oder eine Zahnärztin eine solche Füllung etwa aufgrund von medizinischen Bedürfnissen des Patienten für unbedingt erforderlich hält.

    «Besterforschter zahnärztlicher Werkstoff»

    Hendges sagte, bei fachgerechtem Einsatz gingen von Dentalamalgam keine Gesundheitsgefahren aus. Zudem sei eine Umweltgefährdung in Deutschland nahezu ausgeschlossen, da sich die Sicherungsmassnahmen etabliert hätten und umfänglich seien. «Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Amalgam der älteste, besterforschte zahnärztliche Werkstoff ist und in den allermeisten Fällen problemlos vertragen wird», sagte Hendges.

    Trotz quecksilberfreier Alternativen werden nach Angaben des Parlaments in der EU jährlich immer noch rund 40 Tonnen Quecksilber für Zahnamalgam verwendet. Derzeitige Vorschriften verböten solche Füllungen nur bei Kindern unter 15 Jahren sowie bei schwangeren und stillenden Frauen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Zahnarzt Behandlung Allergien
    1 Interaktionen
    Nau.ch Gesundheit

    MEHR IN NEWS

    10 Interaktionen
    Bern
    AKW
    27 Interaktionen
    Kleine Reaktoren

    MEHR EU

    Siedler
    28 Interaktionen
    Tel Aviv
    krieg ukraine
    144 Interaktionen
    Brüssel
    14 Interaktionen
    Wegen EU-Entscheid
    selenskyj
    48 Interaktionen
    Streit um Waffenruhe

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Friedrich Merz
    10 Interaktionen
    Berlin
    8 Interaktionen
    Leipzig
    Bundesliga
    Muheim-Hammer
    Putin
    51 Interaktionen
    Berlin