Angesichts der stark steigenden Strom- und Gaspreise hat die italienische Regierung den Konsumenten im Land Kostenerleichterungen für den Rest des Jahres in Aussicht gestellt. Ministerpräsident Mario Draghi kündigte am Donnerstag an, dass im letzten Quartal 2021 ein Teil der Gasrechnung nicht bezahlt werden müsse. Familien und kleinen Unternehmen würden darüber hinaus Teile der Stromrechnung erlassen.
giuseppe conte Mario Draghi
Mario Draghi, Ministerpräsident von Italien, nach seiner Vereidigung am 13. Februar im Präsidentenpalast Quirinale. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Geringverdiener bekommen zudem einen grösseren Zuschuss für die Energiekosten als bislang, wie der Regierungschef bei einer Rede der Industriellenvereinigung Confindustria sagte.

Die Massnahmen und Details wollte Draghi am Abend in einer Ministerrunde festzurren.

Die Hilfen kosten den italienischen Staat nach Angaben Draghis mehr als drei Milliarden Euro. Ohne ein Einschreiten der Politik würden die Gaspreise bis zum Jahresende noch einmal um 30 Prozent, die Strompreise gar um 40 Prozent steigen, rechnete der Politiker vor.

Zugleich versprach er, dass es keine Steuererhöhungen geben werde - und bekam dafür Lob aus allen Parteien. «In dieser Phase werden die Gelder verteilt und nicht einkassiert», sagte er. Auch dank der Milliardenhilfen durch den europäischen Corona-Aufbaufonds setzt Italien darauf, dass die Wirtschaft weiter anzieht. Rom geht von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr um rund 6 Prozent aus - im Frühjahr waren 4,5 Prozent prognostiziert worden.

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