Italienisches Paar verliert nach 46 Jahren Platz am Meer

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Italien,

Nach fast einem halben Jahrhundert in immer demselben Strandbad hat ein älteres italienisches Ehepaar seinen Stammplatz vorn am Meer verloren.

Meer
Ein Platz am Meer in Italien. - keystone

Das Rentnerpaar Rosaria und Luigi Gabriele (82 und 86) aus Pescara an der Adria bekam vom Strandbad «Croce del Sud» die Kündigung geschickt – offensichtlich, weil die beiden nicht mehr genug Geld ausgaben. Zuletzt hatten sie für ihren Vorzugsplatz in der ersten Reihe pro Saison 4.000 Euro (3.680 Franken) bezahlt. Die beiden müssen sich nun nach einer anderen Liegestelle umsehen.

Der Fall löste in der 120.000-Einwohner-Stadt einigen Unmut aus – zumal die Kündigung nach 46 Jahren der Lokalzeitung «Il Centro» zufolge per WhatsApp-Nachricht erfolgte. Darin hiess es knapp: «Wir gestalten unsere Räumlichkeiten neu und können Ihre Platzzuweisung nicht bestätigen. Für die nächste Saison wünschen wir Ihnen alles Gute.» Das Strandbad mit jahrzehntelanger Tradition hatte vor zwei Jahren den Besitzer gewechselt.

Der neue Betreiber Giampiero Galletta sagte der Zeitung ergänzend: «Wir richten die Anlage auf eine dynamischere Kundschaft aus, die das Strandbad in vollen Zügen geniesst und andere Nutzungsmuster verfolgt.» Dies sei «weniger eine Frage des Alters als der Einstellung». Rosaria Gabriele zufolge wurde ihr zudem gesagt, «dass sie junge Leute bevorzugen, die in der Bar und im Restaurant Geld ausgeben».

Nach der ersten Aufregung bekam das Paar einen neuen Platz in der vierten Reihe angeboten, allerdings auch das nur unter Vorbehalt. Die Gabrieles lehnten nach einiger Bedenkzeit ab. Die Rentnerin sagte der Zeitung: «Das war ein Flecken Erde, schlimmer als ein Loch. So lassen wir uns nicht behandeln. Ich will sie nicht mehr sehen.»

In Italien ist es weit verbreitet, für einen Platz mit Liegen und Sonnenschirm am Meer in einem der vielen stabilimenti balneari eine Saisonmiete zu bezahlen. Landesweit gibt es etwa 7.200 solche Strandbäder, von denen viele in Familienbesitz sind. Die Strandliege (italienisch: lettino) und der Sonnenschirm (ombrellone) gehören gewissermassen zu den nationalen Kulturgütern.

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Kommentare

User #1197 (nicht angemeldet)

Wo ist hier eigentlich der Aufschrei der Linken? Freier Seezugang respektive Meerzugang für alle? Ehrlichgesagt verstehe ich die Italiener nicht.. Ich meide alle Urlaubsorte wo ich für einen Liegeplatz am Meer noch extra etwas bezahlen muss..

User #1181 (nicht angemeldet)

…nach fast 50 Jahren ist sowieso Zeit zum „abgeben“…!

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