Italien fordert von EU Lösung im Streit um gerettete Migranten

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    Italien sieht die EU am Zug im Streit um gerettete Migranten aus dem Mittelmeer.

    Italiens Innenminister Matteo Salvini.
    Italiens Innenminister Matteo Salvini. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Italien fordert die EU auf, zu den 177 gestrandeten Migranten Stellung zu nehmen.
    • Italien blockiert immer mehr Häfen für Flüchtlingsboote.

    Italien sieht im Streit um 177 Migranten an Bord eines italienischen Küstenwachen-Schiffs die EU-Kommission am Zug. Das Aussenministerium habe die Kommission offiziell dazu aufgefordert, sich des Themas anzunehmen, hiess es in einer Mitteilung von Sonntagabend.

    Die Regierung in Rom halte es nach dem EU-Gipfel Ende Juni für «unerlässlich», dass die EU-Kommission Initiative ergreife und Mitgliedsstaaten ausmache, die bereit seien, die im Meer Geretteten aufzunehmen. Die Migranten könnten auch in Italien an Land gehen, sollte die Umverteilung geklärt sein, sagte Innenminister Matteo Salvini laut Nachrichtenagentur Ansa.

    Seit Antritt der neuen populistischen Regierung im Juni werden immer wieder Schiffe mit geretteten Migranten tagelang im Mittelmeer blockiert. Neben Italien weigert sich auch Malta, seine Häfen für sie zu öffnen. Die beiden Länder handelten in den vergangenen Wochen mehrmals ad hoc mit anderen EU-Staaten die Verteilung der Menschen aus. Auch Deutschland beteiligte sich daran.

    Hilfsorganisationen kritisieren diese Vorgehensweise nicht nur, weil die geretteten und oft traumatisierten und geschwächten Menschen lange auf Schiffen im Meer ausharren müssten. Sie befürchten auch, dass durch die Ungewissheit über einen sicheren Hafen die Bereitschaft der Schiffskapitäne sinkt, Menschen von seeuntüchtigen Booten aufzunehmen.

    Die «Diciotti» hatte am Donnerstag 190 Migranten von einem Boot in der Such- und Rettungszone Maltas aufgenommen. Die Italiener brachten 13 Menschen, die dringende medizinische Hilfe benötigten, auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa. Die «Diciotti» sollte die anderen Migranten nach Malta bringen. Dafür wurde ihr aber von Malta die Erlaubnis verweigert.

    Salvini hatte am Wochenende gedroht, die Menschen zurück nach Libyen zu bringen, sollte Europa keine Lösung finden. Die Rückführung in ein Land wie Libyen, in dem Migranten Missbrauch und Folter befürchten müssen, würde aber internationales Recht brechen.

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