Integrationsbeauftragte: Gesundheit ausländischer Arbeiter muss geschützt werden

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Deutschland,

Angesichts der massiven Ausbrüche des Coronavirus in der deutschen Fleischindustrie hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), bessere Arbeitsbedingungen für ausländische Arbeitskräfte gefordert.

Polizeiwagen vor Sitz der Fleischfirma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück
Polizeiwagen vor Sitz der Fleischfirma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Widmann-Mauz betont Bedeutung von Osteuropäern für deutsche Wirtschaft.

«Wer nach Deutschland kommt und hier schwerste Arbeiten verrichtet, muss vor Gesundheitsrisiken und Arbeitsausbeutung geschützt werden», sagte Widmann-Mauz der Düsseldorfer «Rheinischen Post» (Freitagsausgabe). Es sei höchste Zeit, die Arbeits- und Wohnbedingungen zu verbessern, damit derartige Infektionsfälle nicht mehr vorkämen.

Widmann-Mauz unterstrich die Bedeutung der ausländischen Arbeitskräfte für die Wirtschaft. Die Corona-Krise habe einmal mehr gezeigt, «wie sehr Deutschland in systemrelevanten Branchen auf Arbeitskräfte aus der EU, aus Mittel- und Osteuropa angewiesen ist». Eine Million Menschen kämen jedes Jahr nach Deutschland, um in der Lebensmittelindustrie, der Baubranche, in Logistik, Landwirtschaft oder im Pflegewesen zu arbeiten. «Ohne ihre Arbeitskraft würden viele Bereiche unserer Gesellschaft nicht funktionieren», sagte die Integrationsbeauftragte.

Kritiker führen die hohe Zahl von Coronavirus-Fällen in der Fleischbranche auf die dortigen Arbeitsbedingungen sowie die Unterbringung vieler Beschäftigter in beengten Gemeinschaftsunterkünften zurück. In der Branche sind viele Arbeitskräfte aus Osteuropa tätig, die von Subunternehmen beschäftigt werden.

Die Bundesregierung will die Werkverträge in Schlachthöfen verbieten lassen. Demnach sollen nur Angestellte des eigenen Betriebs Tiere schlachten und zerlegen dürfen. Ein Kabinettsbeschluss sieht vor, die Werkverträge ab 1. Januar 2021 zu untersagen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will dies jedoch vorziehen.

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