In Frankreich erreichen Schülerproteste neuen Höhepunkt
In Frankreich eskaliert der Schülerprotest: 256'000 Menschen demonstrierten am Dienstag, Präsident Macron beriet mit seinen Ministern.

Die Proteste für bessere Lernbedingungen haben in Frankreich einen neuen Höhepunkt erreicht, berichtet der «Tagesspiegel» unter Berufung auf dpa. Laut dem Innenministerium beteiligten sich am Dienstag landesweit 256'000 Menschen an den Demonstrationen, davon 56'000 in Paris.
Die Bildungsgewerkschaften sprachen dagegen von 450'000 Demonstranten, die an dem nationalen Aktionstag landesweit auf die Strasse gegangen seien. In Lyon, Lille, Marseille und weiteren Städten schlossen sich den Protestzügen erstmals auch Gewerkschaften an.
Präsident Emmanuel Macron wollte am Abend mit Premierminister Sébastien Lecornu und mehreren Ministern über die Lage beraten, so der «Tagesspiegel». Macron hatte sich bis dahin nicht in den Umgang mit den Schülerprotesten eingeschaltet, die vor einer Woche begannen.
Gewalt und Festnahmen in Frankreich
Seit Beginn der Proteste hat die Polizei laut Justizministerium 5060 Menschen festgenommen, 87 Prozent davon waren minderjährig. Allein am Dienstag meldete das Innenministerium 488 Festnahmen und 43 verletzte Beamte, wie der «Tagesspiegel» schreibt.
Vor dem nationalen Protesttag blieben laut «Euronews» zwischen 400 und 500 weiterführende Schulen ganz oder teilweise geschlossen. Das Ministerium meldet seit Beginn der Proteste 78 verletzte Beschäftigte und 24 Schulen seien angezündet oder verwüstet worden.

Am Montag begann die zweite Protestwoche mit erneuten Blockaden an Gymnasien, wie «vienna.at» unter Berufung auf die APA berichtet. Das Bildungsministerium zählte zunächst 413 betroffene Schulen, in Reims wurde wegen der Proteste der Strassenbahnverkehr eingestellt.
Frankreich sucht nach Lösungen
Premierminister Lecornu kündigte im Parlament an, dass an den Schulen von Mittwoch bis Freitag über die Probleme diskutiert werden soll. Bildungsminister Édouard Geffray schaltete laut «Tagesspiegel» am Montag eine Online-Plattform frei, auf der Schüler ihre Forderungen schildern können.
Damit geben sich die jungen Menschen nicht zufrieden, schreibt der «Tagesspiegel». Die Schülerinnen Iris und Louane aus Rennes erklärten laut «Tagesspiegel»: «Wir können diese Repression nicht nachvollziehen.»
Die Regierung fürchtet, dass sich die Proteste auf andere Bereiche ausweiten, angefacht durch hohe Spritpreise und Lebenshaltungskosten. Im Raum steht die Sorge vor einem zweiten Gelbwestenprotest, der Frankreich 2019 lange beschäftigte.












