Ifo: Deutsche Wirtschaft schrumpft 2020 weniger als erwartet

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    So schlimm wie in der globalen Finanzkrise 2009 trifft die deutsche Wirtschaft die Corona-Pandemie offenbar nicht. Das Ifo-Institut legt aktuelle Prognosen vor.

    Ein Kran verlädt Container im Handelshafen des Rhein-Neckar-Hafens. Foto: Uwe Anspach/dpa
    Ein Kran verlädt Container im Handelshafen des Rhein-Neckar-Hafens. Foto: Uwe Anspach/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts in diesem Jahr etwas weniger schrumpfen als bisher erwartet.

    «Der Rückgang im zweiten Quartal und die Erholung derzeit verlaufen günstiger als wir erwartet hatten», sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser am Dienstag in München. Im laufenden Jahr dürfte die Wirtschaft belastet durch die Corona-Krise demnach um 5,2 Prozent schrumpfen. Bisher war man von einem Rückgang von 6,7 Prozent ausgegangen.

    Damit wäre der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) etwas geringer als in der globalen Finanzkrise im Jahr 2009, als die Wirtschaft um 5,7 Prozent eingebrochen war. Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2020 in eine tiefe Rezession gestürzt. Mit der schrittweisen Lockerung der Corona-Massnahmen setzte laut Ifo-Institut spätestens im Sommer eine Erholung ein.

    Im weiteren Verlauf dürfte sich das Erholungstempo jedoch merklich verlangsamen, heisst es in der Mitteilung des Instituts. Viele Dienstleistungen unterlägen weiterhin Beschränkungen. Im Jahr 2021 erwartet man ein Wirtschaftswachstum von 5,1 Prozent und im Jahr 2022 von 1,7 Prozent. Das Vorkrisenniveau wird die deutsche Wirtschaft laut den Prognosen erst im Ende 2021 erreichen.

    Die Vorhersagen seien jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da es weiterhin grosse Gefahren gebe. «Die Unsicherheit bei den Prognosen ist sehr gross, weil niemand weiss, wie die Corona-Pandemie weiter verläuft, ob es nicht doch noch einen harten Brexit gibt und ob die Handelskriege beigelegt werden», so Wollmershäuser. Ungewiss sei auch, wie der Strukturwandel in der deutschen Autoindustrie verlaufe. Daher überwiege die Gefahr, dass die Wirtschaftsentwicklung schlechter als erwartet verlaufe.

    Die Zahl der Arbeitslosen wird laut Ifo-Institut von durchschnittlich 2,3 Millionen im vergangenen Jahr auf 2,7 Millionen im laufenden Jahr steigen. Im kommenden Jahr sollte sie auf 2,6 Millionen zurückgehen und 2022 dann 2,5 Millionen betragen. Damit erhöhe sich die Arbeitslosenquote in diesem Jahr von 5,0 Prozent auf 5,9 Prozent. 2021 sinkt sie laut der Prognose auf 5,7 Prozent und im übernächsten Jahr auf 5,5 Prozent.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Soiltec
    80 Interaktionen
    Trockenheit
    Zürich
    32 Interaktionen
    Laut Ranking

    MEHR IN NEWS

    Shida Bazyar
    Berlin
    trump fox news
    Medienboykott
    Planet Labs Berlin
    2 Interaktionen
    Deutschland

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    1 Interaktionen
    Wiesbaden
    Evonik
    Essen