Gutachter werfen Münchner Kardinal Marx Untätigkeit in Missbrauchsskandal vor

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    Das neue Gutachten zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum München und Freising hat dem amtierenden Erzbischof Reinhard Marx Untätigkeit vorgeworfen.

    Kardinal Reinhard Marx
    Kardinal Reinhard Marx - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Expertise sieht in zwei Fällen auch konkretes Fehlverhalten.

    Es sei ungeachtet einer Vielzahl von Meldungen nur in «verhältnismässig geringer Zahl» festzustellen, dass sich der Kardinal überhaupt unmittelbar mit Missbrauchsfällen befasst habe, sagte Rechtsanwalt Martin Pusch am Donnerstag in München bei der Vorlage des Gutachtens. Ausserdem sei Marx in zwei Verdachtsfällen ein konkretes fehlerhaftes Verhalten vorzuwerfen.

    Die Gutachter hatten Fälle sexuellen Missbrauch im Erzbistum seit der Nachkriegszeit untersucht. Pusch sagte, Marx habe sich auf eine «moralische Verantwortung» zurückgezogen und die direkte Verantwortung im Generalvikariat gesehen. Es sei fraglich, was, wenn nicht sexueller Missbrauch, Chefsache sei. Erst ab dem Jahr 2018 habe es bei Marx eine geänderte Haltung gegeben.

    Marx selbst blieb der Präsentation des Gutachtens fern. Die Gutachter kritisierten dies öffentlich, sie hätten den Kardinal eigens eingeladen. Am Nachmittag will Marx eine Stellungnahme abgeben.

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