Grossbritannien hat eine Bestellung von 100 Millionen Corona-Impfdosen des französisch-österreichischen Konzerns Valneva storniert.
Der Impfstoff von Valneva
Der Impfstoff von Valneva - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Französisch-österreichischer Konzern will sich nach neuen Kunden umsehen.

«Die britische Regierung behauptet, Valneva habe seine Verpflichtungen nicht erfüllt. Das bestreitet Valneva entschieden», erklärte das Unternehmen am Montag an seinem Hauptsitz in Saint-Herblain in Westfrankreich. Aus London kam zunächst keine Stellungnahme.

Die Absage ist ein harter Schlag für das Unternehmen, das vergeblich mit der Europäischen Union über einen Vertrag verhandelt hat. Grossbritannien war bislang der einzige Kunde des Impfstoffes VLA2001, der derzeit in einer klinische Studie der Phase 3 getestet wird. Die Ergebnisse werden im Oktober erwartet. Das Unternehmen rechnet mit einer Marktzulassung in Grossbritannien bis Ende des Jahres.

VLA2001 nutzt eine ähnliche Technologie wie klassische Grippe-Impfstoffe und soll in normalen Kühlschränken gelagert werden können. «Valneva bleibt weiter engagiert bei der Entwicklung von VLA2001 und wird sich verstärkt um andere mögliche Kunden bemühen», erklärte das Unternehmen weiter.

Die Phase-3-Studie umfasst einen Vergleich mit dem bereits zugelassenen Vakzin von Astrazeneca. Die EU-Kommission hatte Mitte Januar Gespräche mit Valneva über den möglichen Kauf von bis zu 60 Millionen Impfstoffdosen angekündigt. Bisher kam es aber nicht zu einem Vertragsabschluss. Grossbritannien hatte zunächst als einziger Kunde 100 Millionen Dosen für den Zeitraum 2021 bis 2022 bestellt.

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