Goldschatz von Villena aus spanischem Museum gestohlen
Einer der bedeutendsten Goldschätze der europäischen Bronzezeit ist in Spanien gestohlen worden. Der sogenannte «Tesoro de Villena» wurde in der Nacht auf Donnerstag aus dem Museo de Villena (MUVI) in der südspanischen Mittelmeerprovinz Alicante entwendet.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei drangen die Täter in den frühen Morgenstunden gegen 5 Uhr durch ein gewaltsam geöffnetes Fenster in das Museum ein und gingen gezielt auf die historischen Fundstücke zu. Die Ermittler prüfen derzeit anhand der Aufnahmen der Überwachungskameras, ob der Einbruch von einer spezialisierten Bande geplant wurde und ob es sich möglicher Weise um einen Auftragsdiebstahl handeln könnte, berichten spanische Medien am Donnerstag.
Der «Schatz von Villena» umfasst insgesamt 59 archäologische Objekte aus Gold, Silber, Eisen und Bernstein. Zum Fund gehören unter anderem 11 goldene Schalen, 28 Armreifen und mehrere Gefässe. Allein die Goldobjekte bringen fast zehn Kilogramm auf die Waage. Der Schatz gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse prähistorischer Goldschmiedekunst in Europa.
Seine Bedeutung der Sammlung geht aber weit über den materiellen Wert des Edelmetalls hinaus. Die einzelnen Stücke sind teilweise über 3000 Jahre alt und geben Aufschluss über die sozialen Strukturen, Handelsbeziehungen und handwerklichen Fähigkeiten der Bronzezeit auf der Iberischen Halbinsel. Der Schatz ist deshalb als archäologische Sammlung von unschätzbarem wissenschaftlichem und kulturhistorischem Wert anzusehen.
Er wurde 2005 vom spanischen Staat als besonders schützenswertes Kulturgut (BIC) erklärt. Entdeckt wurde der Schatz am 1. Dezember 1963 vom Archäologen José María Soler García. Ausgangspunkt war ein ungewöhnlicher Goldarmreif, der im Oktober desselben Jahres auf einer Baustelle in Villena zwischen Sand und Schotter gefunden worden war.










