Gilets Jaunes sind jetzt in Deutschland als Gelbwesten unterwegs

    Benedikt Theiler
    Benedikt Theiler

    Deutschland,

    Ab April dürfen in Stuttgart zum Ärger vieler Autofahrer keine alten Diesel-Fahrzeuge mehr verkehren. Nun formiert sich Widerstand, bekleidet mit gelben Westen.

    Demonstration gegen Diesel-Fahrverbot
    Demonstranten haben während einer Demonstration gegen das Diesel-Fahrverbot in Stuttgart am Neckartor Plakate gegen das Fahrverbot aufgehängt. Darauf steht «Keine Fahrverbote!» und «Diese Messstelle ist voll daneben!». Seit dem 1. Januar 2019 dürfen Diesel der Abgasnorm 4 und schlechter nicht mehr in der Stadt fahren. Für Anwohner gibt es eine Übergangsfrist bis zum 1. April. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ab dem 1. April dürfen in Stuttgart keine Diesel-Autos mehr in die Stadt hineinfahren.
    • Dieselfahrer machen ihrem Ärger darüber Luft und gehen dagegen auf die Strasse.
    • Wie in Frankreich bekleiden sie sich mit gelben Westen.

    Seit Wochen demonstrieren in Frankreich jeden Samstag tausende «Gilets Jaunes» gegen die Reformpolitik ihres Staatspräsidenten Emmanuel Macron. Ausgelöst hatte der Protest die Erhöhung der Benzinsteuer durch die Regierung.

    Nun scheint es, als sei die Protestbewegung der «Gelbwesten» nach Deutschland übergeschwappt. Am letzten Samstag formierten sich in Stuttgart rund 1200 Personen – bekleidet mit gelben Westen – um gegen das geplante Dieselfahrverbot zu protestieren.

    Unparteiische Bewegung

    Wie die «Basler Zeitung» schreibt, wird die Protestbewegung von Ioannis Sakkaros angeführt. Der 26-jährige Grieche ist Mechatroniker bei Porsche und fährt selbst einen 14 Jahre alten Diesel. Quasi im Alleingang habe er die Protestbewegung in Stuttgart auf die Beine gestellt.

    Demo gegen flächendeckendes Diesel-Fahrverbot in Stuttgart
    Joannis Sakkaros, Initiator der Demonstration gegen Deutschlands erstes flächendeckendes Diesel-Fahrverbot in Stuttgart, steht bei anderen Demonstranten. - dpa

    «Wir wollen eine unparteiische Bürgerbewegung bleiben», meint Sakarros gegenüber dem Blatt. Er möchte nun verhindern, dass keine Trittbrettfahrer seine Protestbewegung instrumentalisieren. Offenbar wollen von AfD über FDP, Linksparteien bis zu den Gewerkschaften auf den «Gelbwesten»-Zug aufspringen.

    Ab 1. April gilt Fahrverbot

    In Stuttgart sind rund 80'000 vom Dieselfahrverbot betroffen. So viele, wie in keiner anderen deutschen Stadt. Ab dem 1. April dürfen sie mit ihren alten Diesel-Autos nicht mehr in die Stadt fahren.

    Feinstaubalarm in Stuttgart
    Ein Auto fährt beim ersten Feinstaubalarm im Jahr 2019 vor einem Hinweisschild. Die deutsche Autobranche hat die von Lungenfachärzten losgetretene Debatte über die Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub begrüsst. - dpa

    Die Fahrverbote sind eine Folge des Dieselbetrugs der Autokonzerne. Viele Autofahrer sind wütend, weil die eigentlichen Verursacher, also die Autoindustrie, beim Dieselskandal glimpflich davongekommen ist. Die Kosten tragen nun mehrheitlich die Dieselfahrer.

    Dass nun die Politik wegen der Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte nochmals die Dieselfahrer bestraft, geht manchem Automobilisten deutlich zu weit.

    Kommentare

    Weiterlesen

    7 Interaktionen
    Gelbwesten-Proteste
    Ein Auspuff stösst Rauch aus.
    «Saubere Luft»
    Ein rauchender Auspuff.
    2 Interaktionen
    Weiteres Fahrverbot

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    160 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Hotel Central Interlaken
    1 Interaktionen
    Nahost-Konflikt
    2 Interaktionen
    Berlin

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Oktoberfest 2026
    Rekord
    Oktoberfest
    Tragischer Unfall
    schokolade
    247 Interaktionen
    Wie geht das?
    Merz weidel
    122 Interaktionen
    Neue Umfrage