Die Lage an den Aussengrenzen Europas ist momentan verhältnismässig ruhig. Das hat laut Frontex-Chef Leggeri auch mit den aktuell überall vorherrschenden Corona-Auflagen zu tun.
Zwei Beamte der europäischen Grenzschutzagentur Frontex aus Bulgarien (l) und den Niederlanden beobachten mit Ferngläsern die bulgarisch-türkische Grenze. Foto: Vassil Donev/epa/dpa
Zwei Beamte der europäischen Grenzschutzagentur Frontex aus Bulgarien (l) und den Niederlanden beobachten mit Ferngläsern die bulgarisch-türkische Grenze. Foto: Vassil Donev/epa/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einem Abklingen der Corona-Pandemie erwartet die EU-Grenzschutzbehörde Frontex eine deutliche Zunahme der Flüchtlingsströme in Richtung Europa.

«Ich bin mir sicher, dass nach Corona wieder mehr Flüchtlinge versuchen werden, nach Europa zu kommen», sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Der aktuell niedrige Stand der Zahl der Migranten an den EU-Aussengrenzen ergebe sich vor allem aus den überall vorherrschenden Corona-Auflagen. «Schon im Sommer 2020, als die Corona-Reisebeschränkungen wieder gelockert wurden, kamen mehr Migranten nach Europa.»

Aus Sicht von Frontex hat die Pandemie die Fluchtursachen in den vergangenen Monaten verschärft. Schliesslich sei etwa die Wirtschaft in Afrika wegen der Pandemie «mindestens genauso, wenn nicht stärker unter Druck als in der EU». Die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten müssten sich deshalb bald auf eine Reform der europäischen Migrationspolitik einigen, appellierte Leggeri. «Wenn der EU-Gesetzgeber aber keine Asyl- oder Migrationspolitik entscheidet, dann hat dies negative Auswirkungen auf die Lage an den Aussengrenzen. Das haben wir 2015 und 2016 sehr deutlich erlebt», sagte der Frontex-Chef.

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