Friedensnobelpreis 2026: Israel kritisiert Pillay-Wahl scharf
Der Friedensnobelpreis 2026 geht an Navi Pillay. Ihre Auszeichnung sorgt wegen eines UN-Berichts zum Gazastreifen für Kritik aus Israel.

Die südafrikanische Juristin Navanethem «Navi» Pillay erhält den Friedensnobelpreis 2026, berichtet «Deutsche Welle». Das norwegische Nobelkomitee würdigt die 85-Jährige für ihren Einsatz für Frieden und Völkerrecht.
Pillay war unter anderem UN-Hochkommissarin für Menschenrechte und Richterin am Internationalen Strafgerichtshof, so «Deutsche Welle». Derzeit ist sie als Ad-hoc-Richterin am Internationalen Gerichtshof tätig.
Das Nobelkomitee hebt ihren Beitrag zur strafrechtlichen Verfolgung von Kriegsverbrechen und Völkermord hervor, berichtet «Tagesschau». Die Entscheidung löste allerdings auch scharfe Kritik aus Israel aus.
Israel kritisiert Friedensnobelpreis für Pillay scharf
Das israelische Aussenministerium erklärte, die Auszeichnung Pillays sei keine Anerkennung von Gerechtigkeit, berichtet die «New York Times». Vielmehr werde der Preis instrumentalisiert, um «antiisraelischen Hass und Vorurteile» zu legitimieren.

Zudem habe das Nobelkomitee «die grösste Lüge des 21. Jahrhunderts» ausgezeichnet, berichtet «Deutschlandfunk». Damit bezog sich das Ministerium auf den Völkermordvorwurf gegen Israel im Gazastreifen.
Israel weist diesen Vorwurf entschieden zurück, berichtet «Reuters».
Pillays Rolle im UN-Bericht
Pillay leitete eine unabhängige UN-Untersuchungskommission zu Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten. Im September 2025 kam die Kommission zum Schluss, dass Israel im Gazastreifen Völkermord begangen habe, berichtet «Tagesschau».
Als Belege führte sie unter anderem Äusserungen israelischer Politiker und Militärvertreter sowie das Vorgehen der Streitkräfte an. Darin sah die Kommission Hinweise auf die Absicht, die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen ganz oder teilweise zu zerstören.
Israel wies die Schlussfolgerungen entschieden zurück und bezeichnete den Bericht als «verleumderische Tirade», berichtet «Tagesschau». Der israelische Botschafter in Genf kritisierte zudem, dass die Terrorakte der Hamas darin nicht erwähnt würden.
Menschenrechtler würdigen Pillays Engagement
Die Vereinten Nationen begrüssten die Auszeichnung als starkes Signal für die Menschenrechte, berichtet «PNP». UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk bezeichnete Pillay als Inspiration für Millionen Menschen.

Amnesty International würdigte ihren Einsatz für das Völkerrecht und begrüsste die Auszeichnung, berichtet «Tagesschau». Generalsekretärin Julia Duchrow kritisierte, vielen Regierungen fehle der Mut, das Völkerrecht unabhängig von politischen Interessen zu verteidigen.
Die Verleihung des Friedensnobelpreises findet am 10. Dezember 2026 in Oslo statt, dem Todestag Alfred Nobels.















