Friedensnobelpreisträgerin warnt: Völkerrecht unter Druck
Friedensnobelpreisträgerin Navanethem Pillay hat die Auszeichnung den Überlebenden internationaler Verbrechen und den Verteidigern des Völkerrechts gewidmet. Deren Mitgefühl und Mut sorgten dafür, dass Straflosigkeit nicht hingenommen werde.

«Wir leben in einer Zeit, in der internationales Recht und Menschenrechte unter erheblichem politischem Angriff stehen», sagte die südafrikanische Juristin beim Nuremberg Forum 2026, einer internationalen Fachkonferenz zum Völkerstrafrecht in Nürnberg.
Dort hatte sie von der Auszeichnung erfahren. Der Direktor des Nuremberg Forums, Christoph Safferling, habe sie aus einer Veranstaltung geholt und ihr gesagt, sie solle sich erst einmal setzen, beschrieb die 85-Jährige den Moment, als sie von der Auszeichnung erfuhr.
Sie hielt sich gerade im Saal 600 des Nürnberger Justizpalastes auf – dem Raum, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg die Alliierten den Nazi-Kriegsverbrechern um Hermann Göring den Prozess machten und damit das internationale Rechtssystem praktisch begründet wurde.
Die Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis nannte Pillay «völlig unerwartet» und eine «wunderbare Überraschung». Die norwegische Nobelpreisjury hatte Pillay für ihren Einsatz zur Förderung von Frieden und Völkerrecht ausgezeichnet. «Ich habe in meinem Leben viele Ehrungen erhalten», sagte Pillay – dies sei aber die höchste Auszeichnung.
Sie komme in einer Zeit, in der internationales Völkerrecht immer stärker unter Druck gerate. «Diese sich verschlechternde Entwicklung zeigt sich besonders deutlich an den Angriffen auf den Internationalen Strafgerichtshof», sagte die Preisträgerin, die von 2003 bis 2008 selbst Richterin an dem Gerichtshof in Den Haag war.
Die Konferenz Nuremberg Forum wird von der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien veranstaltet.






