Frauen in Belarus wollen gegen Lukaschenko protestieren

    DPA
    DPA

    Weissrussland,

    Die Frauen wollen zeigen, dass sie sich nicht von den vielen Festnahmen in Belarus einschüchtern lassen.

    Belarus
    Tausende Frauen wollen in Belarus nach der Festnahme der Oppositionellen Maria Kolesnikowa protestieren. Foto: -/AP/dpa - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Geplant ist von belarussischen Frauen heute ein neuer Protestmarsch.
    • Landesweit wird mit Aktionen gerechnet.
    • Bereits vor einer Woche waren Tausende Frauen gegen Lukaschenko durch Strassen gezogen.

    Nach der Festnahme der Oppositionellen Maria Kolesnikowa werden an diesem Samstag in Belarus (Weissrussland) Tausende Frauen zu neuen Protesten gegen Staatschef Alexander Lukaschenko erwartet.

    Maria Kolesnikowa verschwunden
    Maria Kolesnikowa, eine der Oppositionsführerinnen von Belarus, gestikuliert vor einer Polizistenbarrikade. - dpa

    Die Opposition hat dazu in der Hauptstadt Minsk aufgerufen. Landesweit wird mit Aktionen gerechnet. Dabei sollten die Demonstranten die Namen von Menschen rufen, die von der autoritären Staatsführung unterdrückt würden. Sie sollten zudem mit Pfeifen, Töpfen und Löffeln möglichst viel Lärm machen, hiess es in dem Aufruf. Die Menschen sollten mit ihrer Teilnahme zeigen, dass der Protest nicht verblasse, sondern wachse. Derweil rief UN-Generalsekretär António Guterres die Behörden in Belarus zur Zurückhaltung gegenüber friedlichen Demonstranten auf.

    Schon vor einer Woche Demonstrationen

    Bereits vor einer Woche waren Tausende Frauen zu Fuss gegen Lukaschenko durch die Hauptstadt gezogen und hatten weiss-rot-weisse Fahnen als Zeichen des Protests geschwenkt. Zuletzt gingen die Sicherheitskräfte auch gegen weibliche Demonstranten vor, nachdem anfänglich überwiegend nur Männer festgenommen worden waren.

    Am Freitagabend gab es neue Festnahmen am Unabhängigkeitsplatz im Zentrum von Minsk. Auf Videos war zu sehen, wie Frauen in die katholische Kirche an dem Platz gelangen wollten. Maskierte Sicherheitskräfte hinderten sie daran. Uniformierte fassten die Frauen dabei mitunter hart an und führten einige in Kleinbussen ab. Über die Zahl der Festgenommenen gab es zunächst keine Angaben. Die katholische Kirche hatte zuletzt massiven Druck der Behörden beklagt. Auch im Ausland gab es Proteste: So demonstrierten in Paris Femen-Aktivistinnen vor der Botschaft von Belarus und prangerten die Regierung von Lukaschenko an.

    APTOPIX Belarus Election
    Eine Frau kämpft während den Protesten in Belarus gegen die Polizei. - Keystone

    Auch Proteste für Sonntag geplant

    Proteste sind in Minsk auch für Sonntag geplant. Dann soll es einen «Marsch der Helden» geben – auch zu Ehren Kolesnikowas. Die 38-Jährige hatte diese Woche nach einer brutalen Entführung ihren Pass zerrissen und damit ihre Abschiebung ins Nachbarland Ukraine vereitelt. Sie sitzt nun in Untersuchungshaft unter dem Vorwurf der versuchten Machtergreifung. Kolesnikowa, die in Stuttgart Musik studiert und dort zwölf Jahre gelebt hat, droht eine lange Haftstrafe.

    Wie das Team der Oppositionellen Swetlana Tichanowskaja mitteilte, wurde Kolesnikowas Anwalt festgenommen. Die Behörden werfen ihm demnach zufolge vor, der «nationalen Sicherheit Schaden» zu wollen. Unter diesem Vorwand stehen auch die Ermittlungen gegen den Koordinierungsrat der Zivilgesellschaft für einen friedlichen Machtwechsel. Fast alle führenden Mitglieder des Gremiums, so auch Kolesnikowa, sind entweder in Haft oder im Ausland.

    Kommentare

    Weiterlesen

    belarus
    1 Interaktionen
    Minsk
    maria kolesnikowa alexander lukaschenko
    6 Interaktionen
    Belarus-Protest
    Belarus - Maria Kolesnikowa
    6 Interaktionen
    Nach Entführung

    MEHR IN NEWS

    Frankreich-Tour
    Abstimmung
    48 Interaktionen
    Abstimmungen
    Papst
    2 Interaktionen
    Messe

    MEHR AUS WEISSRUSSLAND

    Lukaschenko
    5 Interaktionen
    Minsk
    Lukaschenko
    9 Interaktionen
    Minsk
    lukaschenko
    42 Interaktionen
    Ukraine-Krieg