Experte sicher: Auch Buckelwal Hartwin wird sterben
Erneut hat sich ein Buckelwal in die Ostsee verirrt. Ein Experte rechnet mit einer Strandung und einem baldigen Tod des Tieres.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein geschwächter Wal hat sich in die Ostsee verirrt.
- Das Tier wird laut einem Experten entweder ertrinken oder stranden und dann sterben.
- Eine Rettungsaktion wie bei Timmy schliesst er aber aus.
Erneut hat sich ein Buckelwal in die Ostsee verirrt. Kürzlich wurde «Hartwin» in der Nähe der dänischen Insel Fünen gesichtet. Noch schwimmt er, doch ein Experte sagt deutlich: «Er wird sterben.»
Heiko Buch-Illing leitet das dänische Wissens- und Forschungszentrum Fjord&Bælt und erklärt die Lage gegenüber «newstime». Hartwin ist etwa 15 Meter gross, bewege sich auffällig langsam und sei wohl stark geschwächt. Die Oberfläche des Wals sei sehr hell, «das sieht schon sehr befallen aus».
Der Experte erklärt, dass es der Buckelwal-Population sehr gut gehe. Deshalb gebe es in den Lebensräumen Druck, sodass einige Tiere in die nahrungsarmen Grenzregionen verdrängt würden. Hartwin könnte genau davon betroffen sein.
Dadurch sei der Wal wohl geschwächt. Seine Grösse deute zudem darauf hin, dass er schon älter sei. Das ständige Auftauchen koste ihn viel Kraft, weshalb er seichtere Gewässer aufsuche. So könne sich der Wal hinlegen und ausruhen – schafft er das nicht, ertrinkt er.
Scharfe Kritik an Rettungsaktion für Timmy
Doch in seichten Gewässern besteht die Gefahr einer Strandung wie im Falle von Timmy. Für Buch-Illing ist klar: «Da gibt’s keine Chance, er wird sterben.» Spätestens in einem Monat werde Hartwin stranden.
Eine Rettung wie bei Timmy schliesst der Experte aus: In Dänemark lasse man gestrandete Tiere liegen und natürlich sterben.
Timmy wurde zwar befreit, wenige Tage später wurde sein Kadaver aber vor Dänemark angeschwemmt. Buch-Illing kritisiert das Vorgehen in Deutschland scharf: «Man hat das Tier gequält, daran gibt es keinen Zweifel.»
Der Umgang mit Timmy sei «übertrieben» gewesen und «durch Desinformation geschürt» worden. Man habe den Rat der Experten vernachlässigt, dafür nach Emotionen und Bauchgefühl gehandelt. Das sei «der Gegensatz von Tierschutz».
















