Europol

    Europol warnt: Sekten manipulieren Kinder über Games

    Simon Binz
    Simon Binz

    Belgien,

    Sektenähnliche Gruppen sollen auf Gaming-Plattformen Kinder manipulieren. Europol warnt auch vor sexuellem Missbrauch – doch Beweise fehlen.

    Digitaler Nachlass
    Zum Digitalen Nachlass zählen unter anderem Online-Konten, Social-Media-Seiten, E-Mails und auch Spielesammlungen. (Symbolbild) - depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Europol sieht eine wachsende Gefahr durch sektenartige Online-Gruppen.
    • Konkrete Beweise fehlen, doch Einzelfälle sind bekannt.
    • Medienkompetenz und ein wachsames Umfeld sind laut Experten der beste Schutz.

    Auf Gaming-Plattformen sollen sektenähnliche Gruppen gezielt Kinder und Jugendliche ins Visier nehmen, um sie psychisch zu manipulieren. Angeblich fordern diese Gruppen Minderjährige unter anderem zu Selbstverletzungen auf oder treiben sie gar in den Suizid.

    Doch wie gesichert sind diese Informationen? Europol schlägt Alarm, obwohl die Faktenlage dünn ist. Laut «SRF» warnt die europäische Polizeibehörde vor sektenartigen Onlinegemeinschaften, die miteinander vernetzt seien und von denen es immer mehr gebe.

    Bist du viel online?

    Laut Europol sind diese Gruppen auch mit Kindesmissbrauch verbunden. Sie würden demnach digitale Plattformen nutzen, um sich zu vernetzen und auch gezielt nach potenziellen Opfern zu suchen. In ihren Kreisen würden extrem gewalttätige Inhalte kursieren, die dann online verbreitet würden.

    Doch die Warnung der Behörde bleibt vage: Konkrete Fälle oder Beweise für solche Verbrechen nennt Europol nicht. Wie gross das Problem wirklich ist, sei laut SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren schwer zu sagen, denn Europol liefert keine konkreten Zahlen. Fest stehe jedoch, dass es solche Fälle gebe – «und jeder einzelne ist einer zu viel».

    «Der Spiegel» berichtete etwa von einem 25-Jährigen, der von einer solchen Gruppe in den Suizid getrieben worden sein soll.

    Was kann man gegen Online-Sekten unternehmen?

    Was kann man als Einzelperson gegen solche Online-Sekten unternehmen? Tschirren spricht das Thema Medienkompetenz an – und auch das Umfeld. Es liege an den Eltern und den Geschwistern.

    Sie müssten Jugendlichen die nötigen Kompetenzen mitgeben, dass sie «eben nicht Opfer werden können von solchen Tätern». Das Umfeld müsse frühzeitig erkennen, wenn eine jugendliche Person gefährdet sei.

    Nachhilfeanbieter
    Im Internet lauern für junge Menschen viele Gefahren, weshalb eine gute Medienkompetenz und ein aufmerksames Umfeld wichtig sind. - Soeren Stache/dpa/dpa-tmn

    Europol gibt demnach in der Meldung einige Tipps, was Zeichen dafür sein könnten. Etwa, wenn Jugendliche ihre Onlineaktivitäten heimlich ausführen oder den Kontakt zu Unbekannten im Netz verschweigen.

    Aber auch im realen Leben gibt es demnach Warnsignale, die stutzig machen sollten. Situationen, in denen es sich lohnt, genauer hinzusehen und sich zu fragen, was dahinterstecken könnte.

    *

    Brauchst du Hilfe?

    Bist du selbst depressiv oder hast Suizidgedanken?

    Dann kontaktiere bitte umgehend die Dargebotene Hand (www.143.ch). Unter der kostenlosen Hotline 143 erhältst du anonym und rund um die Uhr Hilfe.

    Die Berater können Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen. Auch eine Kontaktaufnahme über einen Einzelchat oder anonyme Beratung via E-Mail ist möglich. Hilfe für Suizidbetroffene: www.trauernetz.ch

    Für Kinder und Jugendliche ist das Telefon 147 da – auch per WhatsApp und E-Mail oder unter www.147.ch.

    Eltern können sich per Telefon, WhatsApp oder E-Mail an die Elternberatung wenden: www.projuventute.ch/elternberatung.

    Kommentare

    User #2284 (nicht angemeldet)

    Apps auch. Digitale Religion nennt sich das,abschaffe aber subito - darum sind jung und alt nur noch subtil anzutreffen. Es braucht einen Exorzisten, für manch‘..

    User #3569 (nicht angemeldet)

    Genau die gläubigen Gamer😂..nau Qualität

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